„Der Trainer hat den Schwerpunkt auf die Defensive und das Umschaltspiel gelegt. In den letzten Spielen haben wir das alles gezeigt und wenig Gegentore bekommen“, erklärt Plattenhardt, der den Klinsi-Effekt auch auf dessen Aura zurückführt: „Seine Vita spricht für sich. Das wissen wir Spieler, keine Frage.“
Mit acht Punkten aus fünf Spielen unter Klinsmann haben sich die Blau-Weißen in der Tabelle Luft verschafft. Und Plattenhardt hat daran großen Anteil. Nach nur vier von 14 möglichen Einsätzen unter Ex-Coach Ante Covic spielte Platte die letzten vier Partien vor der Winterpause komplett durch. „Ich stand im Aus. Das war keine einfache Zeit. Aber seit dem Trainerwechsel bin ich wieder da und konnte der Mannschaft helfen“, sagt der Schwabe.
Pünktlich zu seinem 200. Bundesligaspiel (137 für Hertha, 63 für Nürnberg) in Leverkusen (1:0) und vor Weihnachten gegen Mönchengladbach (0:0) machte Klinsi ihn – weil mit Vedad Ibisevic und Niklas Stark die Amtsträger auf der Bank saßen – sogar zum Kapitän. „Die Mannschaft auf das Feld zu führen, macht mich stolz. Ich bin bald sechs Jahre hier“, sagt Plattenhardt. „Hertha-Kapitän zu sein, ist ein großes Ding. Man hat mehr Verantwortung, spricht vor dem Anpfiff zu den Kollegen“, erklärt Platte die Binden-Bürde und grinst: „Ich glaube, ich habe das ganz gut hinbekommen. Schauen wir mal, wie es weiter geht.“
Das Selbstbewusstsein ist offensichtlich zurück. Das war nach der WM 2018 und dem Verlust seines Hertha-Stammplatzes lange Zeit ganz anders. „Das war alles nicht schön. Ich habe aber einen Haken dran gemacht.“ Das gilt allerdings nicht für Nationalmannschaft. „Wenn man so ein großes Turnier gespielt hat, möchte man auch weitere erleben. Ich glaube weiter fest daran.“ Sieht auch Jürgen Klinsmann so: „Platte muss sich das Ziel setzen: Ich will zurück zum Jogi. Er war schon dort, er hat es verdient, auch dort zu sein. Aber das muss er jetzt konstant zeigen. Wie er es in den letzten Spielen gemacht hat, ist klasse.“
Platte will’s probieren. „Im Vordergrund steht nur Hertha. Ich muss meine Leistung bringen, Stammspieler bleiben und der Mannschaft helfen“, sagt der Confed-Cup-Gewinner von 2017, der sich damals auch wegen seiner Flanken und Standards in den DFB-Kader spielte. Das soll in der Rückrunde wieder gelingen. „Ich möchte meine Mitspieler füttern. Und ein direktes Freistoßtor wäre mal wieder schön“, erklärt Platte.
Keine zwei Stunden nach der KURIER-Ansage ließ er seinen Worten dann schon Taten folgen …
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