Leute mit Schnittwunden, leichten Verbrennungen, Knalltrauma oder auch absprengten Fingern. Dazu viele Betrunkene, die allein nicht mehr zurechtkommen. Unter anderem darauf stellt sich Jan Ziegfeld für die Silvesternacht ein: Er hat Nachtschicht als Notfallsanitäter bei den Johannitern in Berlin. Die Feuerwehr plane wie jedes Jahr im Voraus den Ausnahmezustand, sagt er. Blicke man auf die Einsatzzahlen von Brandbekämpfern und Notfallrettung, sei es die „geschäftigste Nacht des Jahres“.
Während die Johanniter für Silvester extra Fahrzeuge hinzuholen, stellen sich auch Kliniken wieder auf all jene Patienten ein, bei denen die Feier kein gutes Ende nehmen wird. Das Unfallkrankenhaus in Berlin (UKB) zum Beispiel erklärt, alle Operationssäle seien in der Nacht in Betrieb und führen „Volllast“. Die chirurgischen Kliniken seien mit kompletten Mannschaften im Einsatz.
Polenböller zerstört Hand
Zwischen rund 30 und 70 Verletzungen mit Bezug zu Silvester wurden allein am UKB in den vergangenen Jahren registriert. Bei einzelnen Patienten ging es um Leben und Tod. Aber auch die schlimmsten Fälle, die die Klinik von Silvester 2018/19 aufführt, sind nichts für Zartbesaitete: Polenböller zerstört Hand, Mann beugt sich über Kettenbatterie und zieht sich Brüche und Verbrennungen im Gesicht zu, Luftgewehrschuss in Hand.
Fachgesellschaften warnen: „An keinem anderen Tag im Jahr verletzen sich so viele Menschen die Hände wie zu Silvester“, so die Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie sowie für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Das kann etwa bedeuten: abgetrennte Finger, Verbrennungen und Brüche. Daneben sind auch Verletzungen im Gesicht und der Augen häufig, sagte DGOU-Generalsekretär Dietmar Pennig. In Großstadtkliniken werden an diesem einen Abend jedes Jahr rund 50 bis 60 Fälle mit schweren Handverletzungen gezählt. Die meisten Patienten sind Männer. (LS, GG)
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