Five-Pocket-Jeans

Kleine Tasche an der Jeans: Dafür ist sie wirklich da

Kleingeld, Chip, Kondom: Viel passt nicht rein, und wieder raus kriegt man es kaum. Trotzdem ist die kleine Tasche seit 1873 in fast jeder Jeans eingenäht.

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Die kleine Tasche mit den Nieten gehört zur Levis und findet sich auch bei vielen anderen Jeans-Hosen.

Die kleine Tasche mit den Nieten gehört zur Levis und findet sich auch bei vielen anderen Jeans-Hosen.

© Depositphotos / Imago

Vermutlich haben Sie sich auch schon mal gefragt, wofür die kleine Tasche an der Jeans gedacht ist. Die, die zusätzlich zu der rechten Vordertasche eingenäht ist. Und in die eigentlich nichts reinpasst. Oder wissen Sie schon längst, wozu sie gut ist?

Für Münzen? Wofür ist die kleine Jeans-Tasche?

Die Mini-Tasche wird wohl von den meisten Jeans-Trägern nicht genutzt. Man kriegt da ja kaum was rein. Und wenn doch, also zum Beispiel Kleingeld, den Einkaufswagenchip oder vielleicht auch ein Kondom, muss man schon ziemlich fummeln, um das Versenkte wieder rauszubekommen. Eine wirklich nützliche Funktion kann das Täschchen doch nie gehabt haben, oder?

Die kleine Tasche gehörte schon immer zum Levis-Design

Die Jeans wurde, das ist bekannt, von Levi Strauss und Jacob Davis als unverwüstliche Arbeitshose im amerikanischen Westen erfunden. Genau genommen stammte die Idee von Davis, einem Schneider aus Reno im US-Bundesstaat Nevada: Er verstärkte die belasteten Stellen von Arbeitshosen mit Metallnieten. 

Weil ihm das Geld für die Patentanmeldung fehlte, bot er seinem Stofflieferanten Levi Strauss in San Francisco eine gemeinsame Patentierung an. Am 20. Mai 1873 erhielten sie das Patent – und zwar nicht auf die Hose selbst, sondern auf die mit Nieten verstärkten Taschenöffnungen.

Die kleine Tasche in der Jeans war für eine Taschenuhr gedacht.

Die kleine Tasche in der Jeans war für eine Taschenuhr gedacht.

© Steinach / Imago

„Jeans“ nannte damals übrigens noch niemand das Kleidungsstück; es lief unter der Bezeichnung „waist overalls“.

Der robuste Stoff und die Nieten waren dabei wichtig. Von Anfang an gehörte auch die kleine Tasche zum Design. Ein sicherer Platz für – eine Taschenuhr!

Die kleine Tasche in der Jeans ist eine Uhrentasche

Dass die kleine Tasche für die Taschenuhr gedacht war, hat Jeans-Hersteller Levi's bereits 2017 im hauseigenen Blog „Unzipped“ bestätigt: Die Uhrentasche sei für die Taschenuhr vorgesehen gewesen – ein typischer Besitz im späten 19. Jahrhundert. 

Zwar gab es damals schon vereinzelt Armbanduhren – die erste Schweizer Armbanduhr entstand 1868 als Einzelanfertigung für die ungarische Gräfin Koscowicz. Doch das waren Schmuckstücke für Damen. Männer, zumal arbeitende, trugen die Uhr in der Tasche. Alltagstauglich wurde die Armbanduhr für sie erst nach dem Ersten Weltkrieg. Und dem wurde man bei dem Design der Hose gerecht.

Es war nicht immer eine „Five-Pocket-Jeans“

Die Jeans mit den fünf Taschen heißen „Five-Pocket-Jeans“ – wobei die fünfte Tasche nicht die kleine war, sondern die Gesäßtasche hinten links. Denn die kam bei den Levi's-501-Jeans erst im Jahr 1901 dazu. Bis dahin gab's nur eine Tasche hinten rechts, zwei vorne und eben die kleine für die Taschenuhr – vier Taschen also, und alle vier vernietet.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Nieten gebraucht

Und auch wenn die Mini-Tasche heute eigentlich überflüssig ist, wurde sie von Levi's beibehalten. Das ikonische Design soll bewahrt werden, wie die Levi's-Firmenhistorikerin Tracey Panek erklärte. Von ihr stammt auch diese Geschichte:

Während des Zweiten Weltkriegs entfernte Levi's die beiden Ecknieten der Uhrentasche, um Metall für die Kriegswirtschaft zu sparen. Es blieb nicht dabei. Auch die Schrittniete verschwand, und die markante Ziernaht auf den Gesäßtaschen galt als reine Dekoration und fiel dem Sparzwang zum Opfer. Damit die Kunden ihre Hose trotzdem wiedererkannten, ließ Levi's die Naht kurzerhand aufmalen.

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