Kleine Missgeschicke

Rafal Gikiewicz: Ich bin kein Roboter

Der Schlussmann der Eisernen ist derzeit noch nicht in der Form des Vorjahres.

Mathias Bunkus
Lesezeit 2 Min
Emotion pur: Union-Torwart Rafal Gikiewicz.

Emotion pur: Union-Torwart Rafal Gikiewicz.

© Michael Hundt


Etwas verwundert nahm Gikiewicz diese Einschätzung nach dem Abpfiff entgegen. „Was soll ich sagen? Ich bin auch nur ein Mensch und kein Roboter oder Robocop“, so der polnische Torsteher.

In der Zweitligasaison stand der 30-Jährige so sehr seinen Mann, dass der Eindruck der Unfehlbarkeit sein ständiger Wegbegleiter war. Nun fällt er schon ab und zu mit kleineren Missgeschicken auf. Gegen Bremen verstolperte er einen Ball an der Grundlinie. Eine Fehlerkette mündete in Niclas Füllkrugs Siegtreffer zum 2:1. Gegen Leipzig leitete er durch einen schnellen Abwurf einen Konter der Gäste ein.

Schnelles Spiel oder nicht

„Was soll ich machen? Ich wollte schnell spielen, aber das Team war nicht bereit. Spiel ich nicht schnell, heißt es, ich muss warten und den Ball lang schlagen. Schlage ich den Ball lang, heißt es, wir haben keine anderen Mittel.“

Wie man es macht, man macht es verkehrt. „Von mir aus kann ich immer Fehler machen, wenn wir trotzdem 2:1 gewinnen“, bewies er am Sonnabend immerhin noch seinen typischen Humor.
„Vor dem Strafstoß ist es mein kleiner Fehler bei der Ballannahme, wodurch der Gegner die Ecke bekommt, dann wieder der Strafstoß und danach durch die Ecke das 1:2. Das ist zu 50 bis 60 Prozent mein Fehler“, so der 31-Jährige erfrischend ehrlich.

Fehler werden sofort bestraft

Zuvor hatte Gikiewicz schon nach knapp 60 Sekunden im Mittelpunkt gestanden, als ihn Schiri Welz als Strafstoßverursacher ausgemacht hatte. Die Fernsehbilder belegten zwar das Gegenteil, aber trotz Videobeweises ließ der Unparteiische den Elfer ausführen. „Das war kein guter Start. Da geht das Selbstvertrauen runter“, so Gikiewicz.
In Vergessenheit geriet dadurch fast, dass Gikiewicz den zweiten Werder-Elfer von Davy Klaassen stark entschärfen konnte. „Wir müssen mehr Tore schießen und weniger Fehler machen als der Gegner. Vom Videobeweis allein bekommst du keine Gegentore“, suchte er die Schuld bei sich und dem Team. „Wir bekommen zu viele Tore nach Standardsituationen. Wenn wir einen Fehler mehr machen als der Gegner, dann wird das in der Bundesliga bestraft.“

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