So. Da liegt es also vor uns, das neue Jahr, und keiner weiß, was 2011 bringen wird.Keiner? Oh doch. Frauen wissen, was sie erwartet, denn Frauen lesen Jahreshoroskope. Mit Hingabe blättern wir im Supermarkt in den kruden Voraussagen, und die schönsten kaufen wirsogar.Es sind nette kleine Sonderheftchen mit stilisierten Zeichnungen von dünnen Frauen mit Hörnern (Widder) oder Fischschwanz (Jungfrau). Manchmal stehen Dinge drin, die wir gar nicht wissen wollen: "Liebesflaute bisOktober, aber dann wirbelt ein charmanter Stier alles durcheinander." Entsetzt teilen wir das Ungemach unserer Freundin mit: "Bis Oktober! Stell dir das mal vor!" Die zeigt wenig Mitgefühl: "Und dann ein Stier, also, ich weiß nicht. Was steht denn bei Schütze?"Wir nehmen die Sternenguckerei nicht wirklich ernst, heben die bunten Heftchen nicht mal auf. Es ist ein Ritual. Wir gucken für alle Freundinnen und unseren Liebsten, der will den Schmu gar nicht hören - ganz der nüchterne Steinbock.Über manches ärgern wir uns ("Warum ist das Jungfrau-Horoskop immer so langweilig?"), dann suchen wir uns einen interessanten Aszendenten ("Ich glaub, ich bin Skorpion").Wir lieben es, uns vorzustellen, dass die Sterne uns von einem ungeliebten Job befreien. Oder der Kosmos die große Liebe bereithält. Besser im Oktober als nie. Gerne auch ein Stier.
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