Ihr Auftritt vorm Richter fiel dezent aus: rosa Strickjäckchen zur Hose, wenig Schminke, freundliches Lächeln. Sie ist aus dem Rotlichtmilieu ausgestiegen. Wegen der Kinder. Sie lebte mit den drei Kleinen lieber von Hartz IV. Allerdings blieb die Ex-Hure da nicht ehrlich.
Der Sender Pro7 wurde auf ihr Schicksal aufmerksam: Ihr Alltag in dem neuen Leben als Ex-Edel-Prostituierte, die jeden Cent umdrehen muss. Ein idealer Stoff für die Reality-Doku „We are Family – So lebt Deutschland“. Mehrere Folgen. Sie bekam als Darstellerin mehrfach Aufwandsentschädigung.
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Beim Jobcenter aber kein Wort darüber. Ihr Pech: Eine Mitarbeiterin des Amtes sah sie im Fernsehen. Die Anklägerin: „Sie hat 13.477 Euro zu viel erhalten.“ Ein Betrug von September 2006 bis Mai 2008.
Alles ist jetzt angeblich anders. Ihr Anwalt: „Sie will Ordnung in die Dinge bringen.“ Die Ex-Hure aus Hohenschönhausen: „Ich zahle das zu Unrecht erhaltene Geld bereits zurück.“ 5.000 Euro sind schon geflossen.
Der Weg zurück ins bürgerliche Leben begann mit ihrem Ausstieg. Sie schrieb ein Buch darüber. Schonungslos offen – über ihre Kindheit, wie sie sich mit 14 erstmals verkaufte. Nun sitzt sie als aparte Erscheinung vorm Richter. Der findet: „Sie haben viele Pluspunkte gesammelt.“ Das Urteil: 14 Monate Haft auf Bewährung. KE
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