Der Angeklagte ein Hüne: Manfred L. (55), BVG-Busfahrer. Er soll Rolli-Fahrerin Susanne G. (29, Namen geändert) derart „hastig und ungestüm“ über die Rampe aus dem Bus geschoben haben, dass sie mit dem Rollstuhl stürzte. Er sei dann einfach abgehauen.
Der Busfahrer kopfschüttelnd: „So einen Vorfall hat es bei mir nicht gegeben, meine Fahrgäste hätten mir bei so einem Verhalten außerdem den Kopf abgerissen.“ Seit 18 Jahren sei er im Job. L.: „Wir lassen keine hilflose Person liegen.“
Susanne G. – gehbehindert, gebrechlich. Sie wollte am 3. Mai zum Einkaufen. Ein paar Stationen mit einem Bus der Linie 247 Richtung Leopoldplatz (Wedding). Eine Fahrt, die sie ohne Begleitung bewältigt. 11 Uhr an der Haltestelle Rügener Straße. Sie hatte per Knopfdruck um Hilfe beim Aussteigen gebeten. Susanne G.: „Er kam, war unfreundlich, klappte die Rampe aus, schob mich ruckartig.“ Sie sei zur Seite gekippt: „Ich prallte mit dem Kopf auf den Gehweg.“
„Ermittlungen sind unglücklich gelaufen“
Die Rollstuhlfahrerin sicher: „Er hat den Sturz bemerkt, mir nicht geholfen.“ Passanten hätten sich um sie gekümmert, Krankenwagen und Polizei gerufen. Sie habe zum Glück „nur“ Kopfschmerzen erlitten.
Auf fahrlässige Körperverletzung, Unfallflucht, unterlassene Hilfeleistung lautete die Anklage. Klärung brachte der Prozess nicht.
Die Richterin: „Ermittlungen sind unglücklich gelaufen“. Keine Videoaufnahmen aus dem Bus gesichert, keine unbeteiligten Zeugen. Eine Einigung schließlich: Einstellung des Verfahrens gegen Auflage. 1700 Euro muss der Busfahrer zahlen, 500 Euro davon an die Rollstuhlfahrerin. KE.
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