Katrin Mokentin ist die oberste Vertreterin aller Kita-Eltern in Berlin. „Gerade für Eltern mit einem ersten Kind wird es ganz eng werden“, sagt die Vorsitzende des Kita-Elternausschusses. Denn die Wartelisten vieler Kitas seien schon mit Geschwisterkindern gut gefüllt. Verstärkt wollten Eltern ihr Recht auf einem Kita-Platz zur Not auch einklagen, berichtet Molkentin.
Mehr als 15 Klagen und Eilklagen sind bereits vor dem Verwaltungsgericht anhängig. Der Paritätische Wohlfahrtsverband geht davon aus, dass in diesem Jahr bis zu 3000 Plätze fehlen könnten. „So eng war es lange nicht“, heißt es dort.
Geringe Platzreserven
Auch der neue Kita-Bedarfsatlas für 2018 dürfte junge Eltern kaum beruhigen. In 50 von gut 140 Berliner Stadtteilen reichen die Plätze jetzt schon nicht aus. Und dort steigt der Bedarf noch weiter an.
Das gilt beispielsweise für ganz Hellersdorf, für Wilhelsmruh, Mahlsdorf, Kaulsdorf, Neu- und Alt-Lichtenberg und Altglienicke. Aber auch für Baumschulenweg, Mariendorf oder Charlottenburg-Nord. Für gut 40 weitere Stadtteile gibt es nur noch geringe Platzreserven, aber einen steigenden Bedarf an Kita-Plätzen.
Auf der anderen Seite gibt in der Stadt nur drei Gegenden, wo es jetzt schon ausreichend Betreuungsplätze gibt – und die Nachfrage künftig sogar als geringer ausfällt: Das Regierungsviertel in Mitte, Marzahn-Süd und die Region Blankenfelde/Niederschönhausen im Bezirk Pankow.
Ein Wettlauf mit der Zeit
Die Gründe für den Platzmangel sind vielfältig. Die Bevölkerung wächst, auch die Geburtenrate steigt. Angesichts der kostenlosen Kita weiten zudem viele Eltern die Betreuungszeiten aus. Der Senat baut seit Jahren beständig das Kita-Angebot aus und gibt dafür viel Geld aus. Doch es ist ein Wettlauf mit der Zeit.
Erschwerend kommt hinzu: Es fehlt an ausgebildeten Betreuern. Zuletzt brach ein Viertel der angehenden Erzieher die Ausbildung ab. Ein Grund dafür ist der geringe Verdienst.
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