Kindesmissbrauch

Kita-Hilfsverein: Gründer als Kinderschänder verurteilt

Michael J. (53) missbrauchte den kleinen Tino, dann adoptierte er ihn sogar

Kerstin Rebien
Lesezeit 2 Min
Verurteilter Kinderschänder gesteht: „Es gab eine pädophile Phase in meinem Leben.“

Verurteilter Kinderschänder gesteht: „Es gab eine pädophile Phase in meinem Leben.“

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Im Rollstuhl wurde der einstige Vorzeige-Berliner (leidet an der Muskelkrankheit ALS) in den Gerichtssaal geschoben. Er jammerte: „Ich versuche, alles wieder gut zu machen an meinem Sohn.“ Der Junge war 13, als er nackt auf einem blauen Sofa vor der Kamera posieren sollte.

Mitte der 90er gründete J. den Verein „Nestwärme“, eine Kinder-Aids-Hilfe mit integrierter Kita. Prominente wie Klaus Wowereit unterstützten sein soziales Engagement. Daneben arbeitete er als freiberuflicher Fotograf. Der erste Schock 2010: Kinderpornos tauchten auf, die zum Verdacht gegen J. führten. Der Verein reagierte sofort: Der Verdächtige musste als Geschäftsführer zurücktreten und verlor auch die Mitgliedschaft. Anfang 2013 erhielt er wegen Besitzes von mehr als 300 Kinderpornos eine Geldstrafe von 1350 Euro.

Der Missbrauch an Tino (Name geändert) wurde ins Internet gestellt. In Rumänien tauchten die „Sofa-Bilder“ 2010 auf. Das Opfer in schwarz-rot-goldenen Tennissocken. Doch der Hintergrund deutete auf einen Tatort irgendwo in den USA.

Der Steglitzer J. hatte Missbrauchs-Fotos über den Internet-Zugang seiner Mutter verbreitet, die in Florida lebt. 2014 hatten die Fahnder seinen Namen, Festnahme im Dezember.
Fünf Fälle des schweren sexuellen Missbrauchs von Mai bis August 2007 waren es laut Anklage. Michael J.: „Weitere Taten gibt es nicht.“ Er habe sich damals „in einer blöden Sammelwut“ Kinderpornos angesehen. Urteil: Drei Jahre Gefängnis. KE

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