Am Donnerstag bringen Eltern wie gewohnt ihre Kinder in die Kita Gleimstrolche. Doch normal ist dort nichts mehr. Im Haus 1 soll eine Erzieherin in mindestens fünf Fällen Kleinkinder festgebunden und fixiert haben. Mit dem Gesicht nach unten. Weil sie nicht schlafen wollten.
Auch soll die Erzieherin nicht schlafwillige Kinder auf ihren Matratzen in ein anderes Zimmer getragen haben. Dort warf sie sie aus einem halben Meter Höhe ab. Wenn Kinder nicht zügig genug gegessen haben, soll sie mit ihren Fingern im Mund der Kleinen nachgedrückt haben.
„Das wurde uns Eltern auf einer Vollversammlung am vergangenen Dienstag mitgeteilt“, sagt ein noch immer aufgebrachter Vater. Sein Sohn habe in letzter Zeit geschrien, wenn er zur Kita gehen sollte. Jetzt ahnt der Vater warum.
Die Vorfälle sollen sich in der „Schneckengruppe“ zugetragen haben, die die ganz kleinen Kinder besuchen.
Inzwischen hat der Kita-Betreiber Kubibe gGmbH die Erzieherin fristlos gekündigt und auch die Kita-Leiterin frei gestellt. Der Vorwurf: Sie soll die Vorfälle nicht umgehend weitergeleitet haben. Am Donnerstag fand ein Krisentreffen bei Familiensenatorin Sandra Scheeres (SPD) statt.
„Alle Teilnehmer stimmten überein, dass die Vorwürfe gravierend sind“, teilt Iris Brennberger, Sprecherin der Senatsverwaltung, mit. „Die Kita-Aufsicht ist erst Anfang April und somit verspätet informiert worden.“ Die Kita müsse aber nicht geschlossen werden, darin seien sich alle einig.
Eltern berichten, dass drastische Maßnahmen der Erzieherin schon länger bekannt gewesen sein sollen. Bereits im Februar soll es eine Abmahnung gegeben haben. Unklar ist deshalb, wieso die staatliche Kita-Aufsicht erst Anfang April informiert wurde.
Das Klima unter den Erzieherinnen soll nicht gut sein. Gegen die Erzieherin wird nun auch wegen möglicher Misshandlung von Schutzbefohlenen ermittelt.
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