Nordkoreas Diktator

Zu viel Stopfleber? Spione stufen Kim Jong Un als extrem fett ein

Südkoreas Geheimdienst hat Nordkoreas Machthaber taxiert: mehr als 140 Kilo, hohes Herzrisiko. Treppen nimmt er trotzdem im Laufschritt – und seine Tochter steht bereit.

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Kim Jong Un und seine Tochter Kim Ju Ae bei einer Aufführung anlässlich des Internationalen Frauentags im März. Sie soll wohl seine Nachfolgerin werden.

Kim Jong Un und seine Tochter Kim Ju Ae bei einer Aufführung anlässlich des Internationalen Frauentags im März. Sie soll wohl seine Nachfolgerin werden.

© KCNA via KNS / AFP

Er raucht Kette, schwärmt für Hummer und Stopfleber – und bringt nach Erkenntnissen aus Seoul mittlerweile mehr als 140 Kilo auf die Waage. Südkoreas Geheimdienst hält Nordkoreas Diktator Kim Jong Un für „extrem fettleibig“. Um sein Leben fürchten die Agenten trotzdem nicht.

Wie viel wiegt Kim Jong Un?

Die neue Einschätzung stammt aus einer vertraulichen Sitzung des Geheimdienstausschusses im südkoreanischen Parlament am Mittwoch. Der Nachrichtendienst NIS stufe den 42-Jährigen als extrem fettleibig ein, sein Gewicht liege bei über 140 Kilogramm, berichtete anschließend der Abgeordnete Youn Kun Young. 

Damit gehört Nordkoreas Machthaber zur Hochrisikogruppe für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Anzeichen für ernste Gesundheitsprobleme sieht der Geheimdienst dennoch nicht. Bei der Inspektion eines Zerstörers sei Kim ohne Mühe eine Treppe hinaufgelaufen, außerdem überwache ihn ein eigenes Ärzteteam engmaschig.

Das von nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichte Bild zeigt den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un bei der Einweihungsfeier einer Gewächshausfarm im Februar.

Das von nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichte Bild zeigt den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un bei der Einweihungsfeier einer Gewächshausfarm im Februar.

© KCNA via KNS / AFP

Kaviar, Hummer, Zigaretten: Kims Lebensstil

Was auf Kims Teller landet, weiß man aus Hanoi. Paul Smart, Chefkoch im Hotel „Metropole“, arbeitete beim Gipfeltreffen zwischen Nordkorea und den USA 2019 mit Kims Leibköchen zusammen. Von ihnen erfuhr er, dass der Diktator Fleisch gern blutig isst und Luxusware liebt: „Er mag Kaviar, Hummer, wirklich luxuriöse Produkte. Stopfleber, er liebt es wirklich, zu schlemmen.“

Sein Volk kämpft dagegen seit Jahren mit einer Wirtschaftskrise und knappen Lebensmitteln. Die UN-Sonderberichterstatterin für Menschenrechte in Nordkorea, Elizabeth Salmón, bezeichnete den Nahrungsmangel im Februar als großes humanitäres Problem. 

Wegen seiner Atomwaffen- und Raketenprogramme ist Nordkorea mit internationalen Sanktionen belegt.

Herzinfarkt: Vater und Großvater hatten dieselben Risiken

Kims Gesundheit wird weltweit genau beobachtet. Fiele der Herrscher über eine Atommacht plötzlich aus, wäre offen, wer das abgeschottete Land übernimmt und wie stabil es bleibt. Auch Kims Vater Kim Jong Il und Großvater Kim Il Sung waren übergewichtig und starke Raucher. Beide starben an einem Herzinfarkt.

Wie schnell Gerüchte entstehen, zeigte sich 2020. Damals fehlte Kim bei der Gedenkfeier zum Geburtstag seines Großvaters und blieb rund 20 Tage verschwunden. Es hieß, er sei nach einer Operation schwer erkrankt.

Kim Jong Un und seine Tochter Kim Ju Ae bei einer Militärparade im Februar.

Kim Jong Un und seine Tochter Kim Ju Ae bei einer Militärparade im Februar.

© KCNA via KNS / AFP

Kim Ju Ae: Die Tochter rückt ins Rampenlicht

Auch zur möglichen Nachfolge äußerte sich der Geheimdienst. Kims Tochter Kim Ju Ae baue ihre Stellung als designierte Erbin aus, heißt es aus Seoul. Mit 30 öffentlichen Auftritten in diesem Jahr war sie so präsent wie nie, inzwischen auch bei politischen und diplomatischen Terminen statt nur beim Militär. 

Erstmals nannte der NIS sogar ihre Maße: rund 1,60 Meter groß, mehr als 50 Kilo schwer. Mit Kostüm und eleganten Schuhen arbeite sie an einem erwachseneren Auftreten.

Ihr Vater zeigt sich ebenfalls häufig: 121 öffentliche Auftritte zählte der NIS in diesem Jahr, 30 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auf Waffentests und Manöverbesuche verzichtet Kim derzeit allerdings – laut Geheimdienst mit Blick auf mögliche Gespräche mit den USA.

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