Weil zu teuer

Killt das 29-Euro-Ticket das Semesterticket für Berliner Studenten?

Im kommenden Jahr soll es diesen Uni-Fahrschein nicht mehr geben, so die Verkehrsverwaltung. Für einige zahlt sich das aus. Das Nachsehen haben aber Studierende, die an den Stadtrand müssen.

Foto von Autor/Autorin: Norbert Koch-Klaucke
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Mit dem  29-Euro-Ticket warb die SPD bei den Wahlen. Jetzt kommt es 2024 wieder und killt damit das Semesterticket für die Studenten. Das hat Vor-, aber auch Nachteile.

Mit dem  29-Euro-Ticket warb die SPD bei den Wahlen. Jetzt kommt es 2024 wieder und killt damit das Semesterticket für die Studenten. Das hat Vor-, aber auch Nachteile.

© Political-Moments/Imago

Das derzeit billige Semesterticket für Berliner Studenten steht offenbar vor dem Aus. Die Senatsverkehrsverwaltung geht davon aus, dass es diesen Fahrschein ab 2024 nicht mehr geben wird, erfuhr der RBB.

Der Grund ist das beschlossene 29-Euro-Ticket, das der Senat ab kommenden Januar in der Hauptstadt einführen will. Damit ist das für alle Berliner Studenten verpflichtende Semesterticket (gilt für ein halbes Jahr) mit derzeit rund 32 Euro pro Monat teurer.

Mit der Wiedereinführung des 29-Euro-Tickets dann noch einen günstigeren Monatsfahrschein für Studenten aufzulegen, sei nicht geplant, erklärt die Verkehrsverwaltung. Denn für eine weitere Absenkung des Semesterticket-Betrags seien keine Mittel im Haushalt vorgesehen.

Semesterticket vor dem Aus: Verwaltung befürchtet rechtliche Probleme

Die Behörde sieht außerdem rechtliche Probleme: „Die Studierendenschaften werden keine Semesterticket-Verträge abschließen, wenn diese rechtlich angreifbar sind“, teilte die Verkehrsverwaltung dem RBB mit. „Und wenn der Preisvorteil nur noch sehr gering ist, lässt sich eine verpflichtende Abnahme für alle Studierenden einer Hochschule kaum noch rechtfertigen.“

Denn das Semesterticket ist ein Solidarmodell, in das alle Studierenden einzahlen, egal ob sie mit der BVG oder S-Bahn fahren oder nicht. Daher würden Studenten, die nicht die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, von dem Wegfall des Semestertickets profitieren.

Ein klares Nachsehen haben aber die 50.000 der fast 200.000 Berliner Studenten, die das Semesterticket regelmäßig nutzen, um mit Bus und Bahn regelmäßig von ihrer Unterkunft zu den Unis zu kommen. Mit dem künftigen 29-Euro-Ticket, das es nur im Abo gibt, dürfen sie dann nur in den Tarifzonen A und B in der Hauptstadt fahren.

Für nötige Fahrten ins Umland (Tarifzone C) müssten sie zuzahlen oder gleich auf das teure 49-Euro-Ticket (Deutschlandticket) umsteigen. Das Semesterticket wäre da eine echte Alternative, das mit derzeit 32 Euro/Monat Fahrten in allen Tarifbereichen – also A, B und C – erlaubt. Darin ist auch die Mitnahme eines Fahrrades vorgesehen, was mit dem 29-Euro-Ticket nicht erlaubt ist.

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