Kiez-Größe Bernd Termer

Der heimliche Herrscher vom Stutti

Kiez-Größe Bernd Termer packt über 45 Jahre Leben im Rotlicht aus – und erzählt, warum er das heutige Zuhälter-Milieu zutiefst verachtet.

Philippe Debionne und Eric Richard (Fotos)
Lesezeit 3 Min
Kiez-Größe Bernd Termer am Stuttgarter Platz

Kiez-Größe Bernd Termer am Stuttgarter Platz

© Eric Richard Lizenz

Aufgewachsen in den Nachkriegsjahren in einem Berliner Waisenhaus, lernt Termer schon als Kind, sich durchzusetzen. Als junger Mann jobbt er als Kohlenträger, wird aber schnell der „Mann fürs Grobe“ in einem Nachtclub. „Ich war eine Mischung aus Kellner, Aufpasser und Rausschmeißer“, so Termer.

Mit einer käuflichen Blondine in einem seiner vielen Nachtclubs.

Mit einer käuflichen Blondine in einem seiner vielen Nachtclubs.

© Eric Richard Lizenz

Lude „Holzi“ vor einem schicken Oldtimer aus seiner früheren Sammlung.

Lude „Holzi“ vor einem schicken Oldtimer aus seiner früheren Sammlung.

© Eric Richard Lizenz

Als Kind bei der Einschulung.

Als Kind bei der Einschulung.

© Eric Richard Lizenz

Als braver Ehemann bei seiner ersten Hochzeit

Als braver Ehemann bei seiner ersten Hochzeit

© Eric Richard Lizenz

Kiez-Größe Bernd Termer am Stuttgarter Platz

Kiez-Größe Bernd Termer am Stuttgarter Platz

© Eric Richard Lizenz

Alt-Lude Bernd Termer (re.) im Gespräch mit dem KURIER-Reporter. Auf dem Tisch liegen etliche Fotos und Dokumente.

Alt-Lude Bernd Termer (re.) im Gespräch mit dem KURIER-Reporter. Auf dem Tisch liegen etliche Fotos und Dokumente.

© Eric Richard Lizenz

Nach und nach bekommt er immer besseren Einblick in die damals noch schillernde Welt der käuflichen Damen, er lernt die richtigen Leute im Milieu kennen – und übernimmt schließlich seinen ersten eigenen Laden. Sein Erfolgsrezept: „Ich habe gewissen Leuten immer eine gewisse Treue entgegengebracht. Andererseits kann ich auch sehr rabiat sein...“

Und so freundlich Bernd „Holzi“ Termer im KURIER-Interview auch scheinen mag – man glaubt ihm sofort. Als er erfährt, dass ihn ein Konkurrent überfallen will, fährt Termer mit einer geladenen Schrotflinte zu dem Mann– und zerschießt den Eingang seines Ladens.

Als der berühmt-berüchtigte Zuhälter Steffen Jacob bei Termer Frauen abwerben will, wütet der wenig später mit einem Knüppel in Jacobs damaliger „Bon Bon“-Bar. „Auf allen vieren ist Steffen schließlich davon gerobbt und hat sich im Klo eingeschlossen...“

Die Frauen, die in seinen Nachtbars arbeiten und ihm ein Millionen-Vermögen einbringen, behandelt der Lude nach eigenen Aussagen aber „immer fair.“ Mit Zwangsprostitution oder gar Menschenhandel habe er „nie etwas am Hut gehabt.“ Zwar landet Bernd Termer wegen genau diesem Vorwurf, Menschenhandel und Förderung der Prostitution, im Jahr 2001 erst in Untersuchungshaft und dann vor Gericht. Letztlich kommt er aber mit einer Bewährungsstrafe davon.

Es ist auch nicht die Justiz, die den König vom Stuttgarter Platz in den Ruhezustand treibt – sondern der neue Zeitgeist im Milieu. „Früher war das eine in sich stimmige Welt. Mit Regeln, die von allen akzeptiert wurden.“ Heute hingegen „herrscht Anarchie. Man greift schnell zu Messer oder Pistole. Regelmäßig gibt es Tote...“ Und damit will der Mann, der, wie er sagt, über hundert Frauen im Bett hatte, „nichts mehr zu tun haben. Was ich als Halbwelt kenne, hat sich zu einer kriminellen Szene der übelsten Art entwickelt. Die alte Welt ist Vergangenheit...“

Termers Buch „Der König vom Stuttgarter Platz – ein Ludenleben ohne Filter“ gibt’s unter www.bod.de

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