Berlin - Die Aufgabe hat Sigrid Evelyn Nikutta gepackt: "Ich träume von der BVG", sagt die Chefin nach 100 Tagen im Amt. "Sachträume" seien es, und der wichtigste ist: Mehr Fahrgäste. Dafür wird die BVG schöner, schneller, freundlicher.Im Herbst wird auf Betreiben der BVG im ganzen Verkehrsverbund VBB eine elektronische Fahrkarte ("e-card") im Scheckkartenformat eingeführt. Zunächst als Versuch mit Abonnenten. Sie soll auch vom heimischen PC aus aufladbar sein.Ab Mai werden sonntags nicht nur die U9, sondern bis auf die U2 und U4 alle U-Bahn-Linien ganz oder teilweise alle fünf Minuten verkehren (13-19 Uhr).Gestern wurde das erste neue Kundenzentrum im U-Bahnhof Rathaus Spandau eröffnet - ohne Schalter, sondern mit Schreibtischen, kombiniert mit Zeitungsladen und Café. Acht weitere Verkaufsstellen nach diesem Konzept folgen.Die Zahl der elektronischen "Daisy"-Hinweistafeln an Haltestellen wird von 220 auf 567 erhöht .Zehn weitere U-Bahnhöfe bekommen 2011 Aufzüge. Bis 2020 sollen für 46 Millionen Euro alle komfortabler ausgestattet sein.Mit Arbeitsbeginn einer neuen "Dienstleister"-Firma am 1. April werden neben 600 BVGern ständig 120 Mitarbeiter der Firma "im Netz" unterwegs sein. Neu: Die Sicherheitsleute können auch Tickets kontrollieren. Kontrolleure werden dann auch als solche erkennbar sein. Nikutta: "Mit dieser Offenheit zeigen wir, dass wir gute Leistungen bringen, aber dafür auch das uns zustehende Geld wollen."Hinter allem steckt nicht nur Nettigkeit, sondern Notwendigkeit: 754 Millionen Euro Schulden drücken die BVG, Fahrscheineinnahmen und Senats-Leistungen aus dem Verkehrsvertrag decken nur 90 Prozent der Kosten. Ist das Personal bezahlt, sind die Fahrscheineinnahmen von 624 Millionen fast aufgebraucht, sind aber noch kein Diesel, kein Strom, keine Straßenbahn , keine Mieten bezahlt. Deshalb müssen mehr Fahrgäste her, Ziel sind über eine Milliarde statt 922 Millionen Fahrten pro Jahr. ------------------------------"KONTROLLETTIS" KOMMEN NICHT MEHR INKOGNITOBU: Wolfgang Schröder zeigt Chefin Sigrid Evelyn Nikutta seinen Arbeitsplatz. Das Kundenzentrum ist mo.-fr. 6.30 bis 20 Uhr geöffnet. Der angeschlossene Laden, der auch Tickets verkauft öffnet so: mo-fr. 4.30-22, sbd./ so. 6-22 Uhr.BU: Die Zahl der "Daisys" für Bus und Tram wächst.
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