Kfz-Zulassung in Berlin

Die miese Nummer mit den Nummern-Dealern

Weil Zulassungsdienste massig Termine blocken, müssen Normalkunden drei Wochen warten ....

Gerhard Lehrke
Lesezeit 2 Min

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Seit August 2013 kann man nur noch nach Online-Anmeldung seine Geschäfte in einer der beiden Zulassungsstellen erledigen. Damit sollte der Stau in den Warteräumen beseitigt werden.

Doch jetzt sprengen Zulassungsdienste das Terminmodell. Andreas Kreitz von der Gewerkschaft der Polizei (GdP), zuständig fürs Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten, zu dem die Stellen gehören: „Das landeseigene IT-Dienstleistungszentrum hat herausgefunden, dass sie einen Computer einsetzen, der Termine bucht.“

Bis vor einem Monat wurde ein online gebuchter Termin sofort nach Absage wieder frei. Zulassungsdienste blockierten deshalb Termine für fiktive Kunden, sagten sie ab, wenn „echte“ Kunden da waren, buchten den abgesagten Termin unmittelbar auf sie um. Die Dienste bekamen so einen Zeitvorteil gegenüber Privatleuten: Die beauftragten lieber für 20 bis 40 Euro einen Dienst z. B. mit einer Ummeldung, die sie statt nach drei nach etwa einer Woche bekamen.

Das wollte die Behörde verhindern, gab abgesagte Termine erst nach Minuten oder Stunden frei – aber rechnete nicht mit der Findigkeit der Termin-Haie. Laut Kreitz überwachen die jetzt mit einem nicht georteten Computer das Behördensystem. Der schlägt in dem Moment mit einer echten Anmeldung zu, in dem ein abgesagter Termin wieder frei ist.

Das führte zu einer Explosion von „Absagen“: von 5.000 im Januar auf 30.000 im Mai. Kreitz fürchtet, dass am Ende die Kunden wieder „vor Ort“ Termine machen müssen, um die Haie auszubremsen.

Neben Termin-Jägern führt Personalknappheit zu Terminnot. Allerdings wird die gerade gemildert. Von rund 240 Stellen waren 30 frei – 20 sind wieder besetzt, weitere zehn sollen folgen.

Kreitz: „Die Kollegens – zu 75 Prozent weiblich – sind an der Belastungsgrenze. Hatte sie 2014 im ersten Quartal 142.677 Vorgänge zu bearbeiten, waren es 2015 im ersten Quartal 151.762.“

Da sei ein Krankenstand von 15 Prozent relativ gering.

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