Denn diese von Fußballern gefürchteten Kraft- und Ausdauerübungen zeigen, dass mit der Rückkehr der beiden Muskelverletzten zu rechnen ist. Wahrscheinlich sollten ihre individuellen Übungen fernab der Kollegen schon morgen gezählt sein, wenn Trainer Jens Keller die Seinen nach zwei freien Tagen wieder um sich versammelt.
Kellers Dilemma: Hält er an seiner etatmäßigen Nr. 1 fest oder ändert er mitten in der Erfolgswelle die Keeper-Hierarchie in Köpenick? Er müsste Busk schnell bringen. Denn mit jedem Spiel mehr steigen die Chancen von Daniel Mesenhöler, sich weiter zu profilieren.
Der bleibt vorsichtig was die Aussichten angeht, ob er nach zwei fast fehlerfreien Partien nächsten Montag auch gegen Nürnberg weiter das Tor der Eisernen hütet. Daniel hat großen Gefallen gefunden am Kick vor großen Kulissen. So wie in Dortmund oder eben am Millerntor. Und mag den Platz in der Kiste nicht freiwillig räumen. „Natürlich will ich weiter spielen“, sagt der 21-Jährige, der das Torwartspiel ähnlich interpretiert wie Busk. „Er knurrt vielleicht ein bisschen mehr nach einem Fehler. Ich gehe da mehr in mich. Aber wir schütteln das beide schnell ab im Spiel“, so der gebürtige Engelskirchener, der letzten Sommer zu Union stieß.
Neuland im doppelten Sinne für den Rheinländer, den schon im zarten Alter von fünf Jahren die Lust am Keeper-Dasein packte. „Ich hatte in meinen Mannschaften immer gespielt. Reservebänke kannte ich nicht. Ich musste die Balance finden zwischen ,Scheiße, ich spiele nicht’ und ,Ich will aber ...’“, so der 1,87 m große Schlussmann, dessen Kinderzimmerwand einst Oliver Kahn und später Manuel Neuer schmückten.
Geholfen beim Rollenfinden hat ihm Unions dritter Keeper Michael Gspurning. „Wir sitzen ja in der Kabine nebeneinander. Er hat viel mit mir geredet. Und mir Tipps gegeben“, so Mesi.
Und was, wenn Keller weiter an Busk festhält? Für Mesenhöler kein Problem. Vorerst! „Dann spielt eben Jakob“, so die trockene Antwort. Und dann ergänzt Daniel: „Ich werde dann keinen Stunk machen. Dafür bin ich nicht der Typ.“ Aber er weiß, dass er Keller die Entscheidung schwer machen will. Von Woche zu Woche schwerer!
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