Kein Geld mehr für Schwimmhalle

600 Kinder sitzen auf dem Trockenen

Viele kleine Wasserratten aus Prenzlauer Berg funken SOS. Ihre Schul- und Vereinssporthalle in der Thomas-Mann-Straße ist vor wenigen Tagen geschlossen worden.

R. Gorny
Lesezeit 2 Min
Die Schwimmer der Berliner Haie sind traurig. In ihrer geliebten Halle in der Thomas-Mann-Straße können sie keine Bahnen mehr ziehen.

Die Schwimmer der Berliner Haie sind traurig. In ihrer geliebten Halle in der Thomas-Mann-Straße können sie keine Bahnen mehr ziehen.

© Uhlemann Lizenz

Regen tropfte durchs Dach. Für die kaputte Fernheizung gab es keine Ersatzteile mehr. Der aus DDR-Zeiten stammende Bau sollte seit langem saniert werden. Schul- und Sportstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD): „Doch vor anderthalb Monaten wurde die Zusage von den Berliner Bäder-Betrieben plötzlich zurückgezogen.“

Die Begründung dafür klingt merkwürdig. Rund drei Millionen Euro standen zunächst für eine umfassende, schrittweise Sanierung zur Verfügung. Matthias Oloew, Sprecher der Bäder-Betriebe: „Doch es gab ungeklärte Eigentums-Fragen. Wir wussten nicht, ob wir Eigentümer sind, konnten nicht investieren.“ Kaum war dies zugunsten der Bäder-Betriebe geklärt, war jedoch das Geld weg. Die Investitionsmittel flossen ins Kombibad Gropiusstadt. „Jetzt müssen wir erst mal warten, bis wir das Geld wieder zusammenhaben“, so Oloew.

Und das kann dauern. Monate, vielleicht Jahre. 650 Schulkinder und 150 Vereins-Mitglieder waren täglich in der Thomas-Mann-Straße schwimmen, müssen nun auf andere Hallen ausweichen. Catrin Herfet (32), Vorsitzende des Vereins Berliner Haie: „5- und 6-jährige Kinder werden aber wohl kaum künftig ab 18 Uhr in Buch trainieren können.“

Katja Lobedan (33) mit Tochter Ayami (5): „Schade. Wir waren gemeinsam im Trainingslager und hatten zahlreiche Freunde im Verein.“

Peter Müller, Vorsitzender vom SG Blau-Weiß-Team Berlin ist ebenfalls stinksauer: „Wir hatten die Halle selber gereinigt und Rettungsschwimmer gestellt.“ Jährliche Ersparnis für die Berliner Bäder-Betriebe: 500 000 Euro.

Sollte die Halle zubleiben, droht Prenzlauer Berg ein großer Schwimm-Engpass. In den kommenden fünf Jahren sollen sich die Einschulungszahlen in diesem jungen, bevölkerungsreichsten Berliner Bezirk verdoppeln ...

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