Kein Ersatzverkehr

U2 und U3 werden sieben Wochen unterbrochen

Für viele Kunden der BVG fängt das neue Jahr nicht gut an.

Peter Neumann
Lesezeit 3 Min
Am Bahnhof Spichernstraße fährt die U3 ab dem 4. Januar nur noch Richtung Krumme Lanke.

Am Bahnhof Spichernstraße fährt die U3 ab dem 4. Januar nur noch Richtung Krumme Lanke.

© imago/STPP

Für viele Kunden der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) fängt das neue Jahr nicht gut an. U-Bahn-Fahrgäste müssen sich Anfang 2019 in der westlichen Berliner Innenstadt rund sieben Wochen lang auf noch vollere Züge und zusätzliches Umsteigen einstellen. Wegen Bauarbeiten im Bereich Wittenbergplatz werden zwei Abschnitte des U-Bahn-Netzes von Freitag, 4. Januar, bis Sonntag, 24. Februar 2019, für den Fahrgastbetrieb gesperrt, heißt es im „BVG navi“. Es handelt sich um relativ kurze Teilstücke, die vom U-Bahnhof Wittenbergplatz zum U-Bahnhof Zoologischer Garten und zum U-Bahnhof Spichernstraße führen. Doch die Sperrungen haben umfangreiche Auswirkungen, die weit reichen – und täglich viele zehntausend U-Bahn-Fahrgäste betreffen werden.

Mittelstück einer zentralen Srecke fehlt 

So können während dieses Zeitraums auf der Linie U2 zwischen Gleisdreieck und Zoo keine U-Bahnen verkehren. Damit fehlt der stark genutzten und oft überlasteten zentralen Ost-West-Strecke das Mittelstück. Die Sperrung führt auch dazu, dass der U-Bahnhof Bülowstraße in der Bauzeit stillgelegt wird. Die Linie U3 fährt nicht zwischen Warschauer Straße und Spichernstraße, sie wird auf Spichernstraße-Krumme Lanke verkürzt. Der U-Bahnhof Augsburger Straße wird während der Sperrung nicht bedient.

Hauptlast wird die U1 tragen 

Die Hauptlast trägt die U1 – sie ist die einzige Ost-West-U-Bahnlinie, die dann noch verkehren wird. Folge ist, dass sie noch voller sein wird als jetzt schon. Denn einen Ersatzverkehr mit Bussen wird es nicht geben, teilten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit. Der Grund: Die Straßen in der City West sind auch ohne die zusätzlichen Busse überlastet. Verkehrsbehinderungen gibt es unter anderem wegen einer Baustelle am Wittenbergplatz, dort steht zum Teil nur noch ein Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung.

Gesperrte Bereiche nur mit mehrmaligen Umsteigen umfahrbar

Wer über weitere Strecken unterwegs ist, kann die gesperrten Bereiche umfahren – muss aber meist mehrmals umsteigen und dabei je nach Route auch die Linien U7 und U9 nutzen. Wer allerdings an der Spichernstraße zwischen der U3 und der U9 wechseln will, muss den U-Bahnhof verlassen und weite Wege an der Oberflächen zurücklegen. Wegen eines Aufzugeinbaus ist ein Umsteigen innerhalb der Bahnhfsanlage bis Mai 2020 nicht möglich. Am besten, Fahrgäste orientieren sich an der Fahrtempfehlung, die ihnen zum Beispiel bei www.bvg.de und www.vbb.de gegeben wird – und sie sollten auch die S-Bahn in ihre Routenplanung aufnehmen.

BVG-Chefin Sigrid Nikutta sagte am Montag, dass es nicht möglich sei, die Bauarbeiten an den Weichen im Bereich Wittenbergplatz zu verschieben. „Wir verstehen den Ärger mancher Fahrgäste. Bauarbeiten an der Infrastruktur passen eigentlich nie“, sagte Nikutta. „Doch wir müssen veranlassen, was erforderlich ist.“ Diese Arbeiten seien erforderlich. Welche Folgen Verschiebungen haben könnten, habe sich vor einigen Jahren im U-Bahnhof Boddinstraße an der U8 in Neukölln gezeigt. „Dort haben wir sehr lange gewartet, eine Treppenanlage zu erneuern. Am Schluss mussten wir sie komplett neu bauen, weil die Schäden inzwischen zu groß geworden waren“, sagte die BVG-Chefin.

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