Kaulsdorf

So flog der Omi-Killer auf

Der Selbstmord seines Vaters und 10.000 gestohlene Euro führten zu Philipp L.

BK
Lesezeit 2 Min
Ermittler der Spurensicherung im Fall der getöteten Gisela O.

Ermittler der Spurensicherung im Fall der getöteten Gisela O.

© Eric Richard

Nachdem L. seine 80-jährige Oma am 9. Mai laut Staatsanwaltschaft „hinterrücks erwürgt und erstickt“ hatte, rief er selbst die Polizei, spielte den geschockten Enkel. Offenbar sehr überzeugend: Denn die Beamten glaubten dem Mann, ließen ihn nach Hause gehen und starteten stattdessen eine Öffentlichkeitsfahndung nach einem angeblichen und höchst dubiosen Handwerker.

„Ich habe damals schon gesagt, dass Philipp das Geld genommen hat“

Als Erik B. von der Fahndung hörte, meldete er sich bei der Mordkommission. B. war Geschäftspartner und enger Freund von Thomas L., dem Vater von Philipp L. – bis sich Thomas L. im Februar 2017 das Leben nahm. Monate zuvor wurde er verdächtigt, seiner Mutter Gisela O. 10.000 Euro gestohlen zu haben. Er wurde von der alten Dame dafür angezeigt. Die damaligen Ermittlungen führten aber zu keiner Verurteilung, der wahre Dieb wurde nie gefunden. Aus Schmach über die Vorwürfe soll sich Thomas L. dann erhängt haben.

„Ich habe damals schon gesagt, dass Philipp das Geld genommen hat“, so Erik B. Der zweifache Familienvater sei „spielsüchtig und ständig pleite“ gewesen. Und er habe gewusst, dass Gisela O. immer Bargeld im Hause hatte. „Und zwar richtig viel“, so B. 

Kräfte einer Einsatzhundertschaft halfen bei der Suche nach Beweisen. 

Kräfte einer Einsatzhundertschaft halfen bei der Suche nach Beweisen. 

© Eric Richard

Das alles, so der Mann weiter, teilte er vergangene Woche der Mordkommission mit. Die nahm Philipp L. daraufhin unter die Lupe und konnte ihn schließlich als Täter verhaften. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass der Oma-Killer Philipp L. letztlich durch „Finanzermittlungen“ entlarvt wurde und seine schreckliche Tat in der Folge „in vollem Umfang einräumte“.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema