Tierischer Freund

19 Jahre alt, eine Holzhütte mit Teddy: Baumarkt trauert um Katze Lotti

Sie tauchte 2024 zum ersten Mal auf dem Hof auf und blieb. Am Ende kannte Lotti jeden Gang zwischen Schrauben und Blumenerde.

Foto von Autor/Autorin: Sebastian Krause
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Die Katze „Lotti“ aus einem Baumarkt in Plön ist im Alter von 19 Jahren gestorben.

Die Katze „Lotti“ aus einem Baumarkt in Plön ist im Alter von 19 Jahren gestorben.

© Marcus Brandt

Die Katze Lotti aus dem Baumarkt am Behler Weg in Plön ist tot. Sie wurde 19 Jahre alt. Leblos gefunden wurde das Tier auf dem Grundstück einer Tankstelle direkt nebenan. Der Markt hat den Fund auf Anfrage des NDR Schleswig-Holstein bestätigt. Zur Todesursache liegen keine Angaben vor.

Erst döste sie nur auf dem Hof, dann kannte sie jeden Gang

Zum ersten Mal aufgetaucht war Lotti etwa 2024. Das erzählte die Mitarbeiterin Jennifer Scheel im April der Deutschen Presse-Agentur, die damals über die Katze berichtet hatte. Im Kollegenkreis wird Scheel deshalb „Katzenmutti“ genannt. „Lotti war hier die Mitarbeiterin der Herzen hier im Baumarkt“, sagte Scheel NDR Schleswig-Holstein.

Decke, Kuscheltier, Isolierung – und ein Grund, warum sie nachts draußen blieb

Auf die Stimmung im Laden wirkte das Tier wie ein „Entschleuniger“. Die Reaktionen der Kunden beschrieb Scheel als sehr positiv. Lotti sei aus der Nachbarschaft gekommen und habe sich den Markt selbst als Zuhause ausgesucht – so wie es Katzen tun.

Geschlafen hat Lotti nie im Verkaufsraum. Für sie stand eine kleine Holzhütte auf dem Hof, die Beschäftigte und Kunden gemeinsam ausgestattet hatten: Decke, Kuscheltier, dazu eine Isolierung für kalte Nächte. Grund dafür ist, dass im Markt Katzen nicht schlafen können, sagte der stellvertretende Marktleiter Michael Schröder und verwies auf die Alarmsysteme.

Ein Kunde wollte sie streicheln – und bekam die Pfote ins Gesicht

Grenzenlos zutraulich war Lotti nicht. Ein einziges Mal habe ein Kunde versucht, sie anzufassen, berichtete Scheel. Dafür fuhr ihm die Katze mit der Tatze durchs Gesicht – Krallen konnte sie zeigen.

Zum Revier gehörte auch die Tankstelle um die Ecke, wo sie gelegentlich vorbeikam. Ihr erstes Erscheinen dort schilderte der Angestellte Bodo Bucherer so, dass Lotti eines Tages einfach hereinkam und sich hinlegte. Seither ging sie, wie sie wollte.

Was bleibt: ein Foto an der Wand, ein Platz im Hof

Begraben ist Lotti auf dem Grundstück des Baumarkts, an der Stelle, die sie am liebsten hatte. Dort liegen auch schon Blumen. So könne man ihr auch künftig nah sein. Außerdem will die Belegschaft ein Foto von ihr ausdrucken und für alle sichtbar aufhängen.

Überrascht hat der Tod im Markt niemanden wirklich. Nach einem langen Katzenleben sei damit zu rechnen gewesen, hieß es.

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