Noch heute müssen sich Frauen im Berufsleben in einer dominierenden Männerwelt behaupten. Wie das in den 50er- und 60er-Jahren war, schildert nun ein neuer ARD-Zweiteiler über Aenne Burda, Gründerin von „Burda Moden“ – und Schauspielerin Katharina Wackernagel haucht der „Königin der Kleider“ neues Leben ein!
Der Film setzt 1949 ein: Aenne Burda (Katharina Wackernagel, 40) heißt da noch Anna, lebt in Offenburg und ist die Gattin des Verlegers Franz Burda (Fritz Karl). Sein Verlag wird größer, doch das wohlsituierte Leben einer „Frau an seiner Seite“ genügt Anna nicht mehr. Sie möchte eine eigene Modezeitschrift gründen.
Für Emanzipation gekämpft
Ihr Gatte betrügt sie mit seiner Ex-Sekretärin – als Anna davon erfährt, setzt sie ihm die Pistole auf die Brust: Entweder er willigt in die Scheidung ein, oder er überschreibt ihr die Zeitschrift. Sie bekommt sie, nennt sich nun Aenne und macht das Blatt namens „Burda Moden“ mit ihren Schnittmusterbögen zu einem riesigen Erfolg.
„Ganz sicher war sie eine moderne Frau, und ich sehe sie als Vorbild“, sagt Wackernagel über Burda. „Sie selbst sagte zwar, dass sie nie im Namen der Emanzipation gehandelt, sondern die persönliche Motivation im Vordergrund gestanden habe. Und dennoch hat sie für Emanzipation gekämpft, indem sie den Frauen über schöne Kleider das Selbstvertrauen zurückgeben wollte.“
Die Wirtschaftswunderfrau
Sie selbst sei aufgeregt gewesen, als sie die Rolle bekam. „Ich habe versucht, viel über die echte Aenne Burda rauszufinden. Ich habe ihre Biografie gelesen, Interviews, Berichte und sogar einen kurzen Dokumentar-Film über sie gefunden.“ Besonders beeindruckt habe sie, dass sich Burda trotz aller Widerstände nicht unterkriegen ließ – und trotz aller Umstände ihre Vision umsetzte.
Natürlich setzt der Film (Regie: Francis Meletzky, „Die kalte Wahrheit“, Autorin: Regine Bielefeldt, „Keine Zeit für Träume“) auf detailgetreue Ausstattung und Kostüme, aber Offenburg ist nicht Paris, und so müssen Schauplätze in Berlin und Sizilien her.
Katharina Wackernagel macht ihre Sache so präsent und überzeugend, dass Fritz Karl dagegen kaum eine Chance hat. Der konventionelle Zweiteiler über eine unkonventionelle Verlegerin macht also auch hier eines deutlich: Burda war eine visionäre und mutige Frau.
„Aenne Burda - Die Wirtschaftswunderfrau“, diesen und nächsten Mittwoch, 20.15 Uhr, ARD.
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