Heftige Diskussionen

Karls Erlebnisdorf verschärft Regel! Gäste sauer: „Hat mir niemand zu sagen“

Karls Erlebnisdorf legt nach: Mitgebrachte Speisen und Getränke sind nun noch stärker eingeschränkt. Im Netz wird heftig darüber gestritten.

Foto von Autor/Autorin: Florian Thalmann
Lesezeit 5 Min
Besucher dürfen in Karls Erlebnisdorf kein Essen und keine Getränke mitnehmen. Nur noch kleine Wasserflaschen und Kekse für Kinder sind erlaubt.

Besucher dürfen in Karls Erlebnisdorf kein Essen und keine Getränke mitnehmen. Nur noch kleine Wasserflaschen und Kekse für Kinder sind erlaubt.

© Jürgen Ritter/imago

Diese Regel sorgt für Diskussionen – vor allem unter Besuchern von Karls Erlebnisdorf: Schon in der vergangenen Woche berichtete auch der KURIER, dass es auf der Website des Freizeitanbieters eine neue Warnmeldung gibt. Dort werden Besucher darum gebeten, kein Essen mit in die Freizeitparks von Karls zu bringen. Jetzt wurde die Regel sogar noch verschärft: Inzwischen erfahren die Gäste beim Aufrufen der Seite, welche Dinge überhaupt noch mitgebracht werden dürfen. Viele reagieren darauf mit Verständnis, andere finden es gar nicht gut.

Karls Erlebnisdorf: Essen und Trinken sind verboten

Wer aktuell die Website von Karls Erlebnisdorf aufruft, bekommt unabhängig vom Standort eine Meldung angezeigt: „Wir bitten euch herzlich: Lasst Essen und Trinken zu Hause“, heißt es dort. Darüber prangt ein Bild von einem Picknickkorb, aus dem verschiedene Lebensmittel ragen – er ist rot durchgestrichen.

Diese Meldung gibt es jetzt schon seit einiger Zeit. Inzwischen wurde sie aber verschärft. Denn jetzt heißt es darunter, welche mitgebrachten Snacks überhaupt erlaubt sind.

Eine 0,5-Liter-Wasserflasche dürfen die Besucher mitbringen, außerdem Babynahrung und Fläschchen sowie Kekse und Reiswaffeln – aber nur für Kleinkinder! Alles andere darf nicht mit in die Erlebnisdörfer von Karls genommen werden. Den Grund hatte Geschäftsführer Robert Dahl schon vor Wochen erläutert. Zwar seien Verbote in Karls Erlebnisdorf eigentlich verboten. Man verlange von seinen Besuchern aber ein faires Verhalten gegenüber den Betreibern der Erlebnisdörfer.

Diese Warnung sehen die Besucher, wenn Sie sich die Website von Karls Erlebnisdorf anschauen.

Diese Warnung sehen die Besucher, wenn Sie sich die Website von Karls Erlebnisdorf anschauen.

© Screenshot: Berliner KURIER

Denn der Eintritt in die Erdbeer-Freizeitparks ist gratis, viele Freizeitangebote können kostenlos genutzt werden. „Wir wünschen uns im Gegenzug ein kleines bisschen Fairness“, sagt Dahl. Denn in den Parks gibt es viele gastronomische Angebote – und damit verdienen die Betreiber natürlich auch Geld. Wer zu Besuch ist, soll sich also gern eine Portion Pommes oder eine Waffel kaufen, wenn er schon kostenlos in die Parks darf. „Karls kostet keinen Eintritt – dafür freuen wir uns, wenn der Picknickkorb zu Hause bleibt“, sagte Dahl in einem Interview.

Essen und Trinken bei Karls wird diskutiert

Inzwischen wird die Regel im Netz diskutiert – unter anderem auf Seiten wie „Funtime Report“ auf Facebook. Hier löste die Frage, ob die Freizeitpark-Fans die neuen Regeln bei Karls Erlebnisdorf in Ordnung finden, heftige Debatten aus. Mehr als 1000 Kommentare liegen vor – und während viele Nutzer dafür Verständnis haben, reagieren andere mit Ablehnung.

„Ich selber brauche mir Gott sei Dank um Geld keine Sorgen machen“, schreibt eine Frau. „Aber ich finde es unverschämt, dass man nichts Eigenes mitbringen darf.“ Es gebe Menschen, die es sich nicht leisten könnten, dort Essen und Trinken zu kaufen. „Viele möchten trotz der Armut etwas Schönes erleben und einen tollen Tag dort verbringen.“

Der Eintritt in Karls Erlebnisdorf ist kostenlos, für viele Fahrgeschäfte müssen die Besucher aber extra bezahlen.

Der Eintritt in Karls Erlebnisdorf ist kostenlos, für viele Fahrgeschäfte müssen die Besucher aber extra bezahlen.

© Matthias Bein/dpa

Ein Nutzer schreibt: „Auf der Kirmes kann ich mir auch etwas zu trinken mitnehmen. Warum dann nicht auch dort?“ Eine Frau schreibt, niemand könne den Besuchern verwehren, mehr Getränke mitzunehmen. „Das finde ich unmöglich! An heißen Tagen muss man viel trinken, da kann ich nicht alle paar Minuten etwas kaufen gehen. Eigentlich müssten die noch Trinkbrunnen aufstellen!“ Und eine kommentiert: „Wenn ich irgendwo hingehe, an einen öffentlichen Platz, dann nehme ich mein Essen und Trinken mit. Das hat mir niemand zu sagen!“

Karls Erlebnisdorf ist kein kostenloser Park

Ein Mann merkt an, dass zwar der Eintritt in Karls Erlebnisdorf kostenlos ist, aber für viele Fahrgeschäfte extra bezahlt werden muss. „Und die Gastronomie ist mit Blick auf Preis und Leistung nicht sehr günstig.“ Auch ein anderer Mann schreibt: „Die Sicht ist nachvollziehbar, aber die Preise für Essen und Trinken sind nicht gerade auf einem niedrigen Niveau. Karls ist auch NICHT KOSTENLOS, denn will man etwas fahren oder sonst etwas machen, kostet es Geld.“ Nur der Spielplatz sei gratis.

Doch es gibt auch viele Besucher, die die Regeln für vertretbar halten. „Das ist halt das Konzept. Wenn die Leute das nicht akzeptieren würden, wäre Karls wohl nicht so groß geworden“, schreibt einer. Eine Frau kommentiert: „Absolut verständlich, sonst kann der Park bald zumachen, wenn jeder mit seinen eigenen Schnitzelbrötchen kommt.“

Eine weitere Frau schreibt: „Leute, in ein Restaurant bringt ihr auch keinen Kasten Cola mit. Das ist nichts anderes. Der Eigentümer bestimmt die Regeln.“ Und einer kommentiert: „Von irgendwas muss der Park sein Geld verdienen. Also beschwert euch nicht deshalb, weil man nichts zu essen mit in den Park nehmen darf.“

In Karls Erlebnisdorf warten zahlreiche Fahrgeschäfte auf die Besucher. Nicht alles ist aber wirklich kostenlos.

In Karls Erlebnisdorf warten zahlreiche Fahrgeschäfte auf die Besucher. Nicht alles ist aber wirklich kostenlos.

© Jürgen Ritter/imago

Besucher: Bei Karls Erlebnisdorf finden Kontrollen statt

Eine Frau hat sogar noch einen tollen Tipp: „Man kann den Park jederzeit verlassen und an seinem Auto etwas zu sich nehmen.“ Wer also nicht bei Karls essen möchte, könne jederzeit zum Auto gehen, schließlich ist der Eintritt frei. Für Debatten sorgt übrigens auch, dass Robert Dahl im Interview angegeben hatte, es werde bei Karls Erlebnisdorf keine Taschenkontrollen geben. Mehrere Nutzer schildern aber, dass Besucher am Eingang kontrolliert wurden.

„Wir waren am Donnerstag dort“, schreibt eine Frau. „Am Eingang stand ein Mitarbeiter und hat kontrolliert, was die Leute in ihren Bollerwagen oder auch in Rucksäcken an Essen und Trinken dabeihatten.“ Das mitgebrachte Essen hätte zum Teil entsorgt werden müssen. Und ein Mann schreibt: „Es wird vielleicht nicht jeder kontrolliert, wir und einige andere jedoch schon.“

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