Neuheit im Freizeitpark

Karls Erlebnisdorf: Neue Attraktion macht Besucher wütend – das ist der Grund

Ein Barbershop im Karls Erlebnisdorf Rövershagen sorgt für Diskussionen. Viele Besucher finden die neue Attraktion unpassend, andere sind begeistert.

Foto von Autor/Autorin: Florian Thalmann
Lesezeit 5 Min
Die Erlebnisdörfer von Karls (hier: Elstal bei Berlin) sind beliebte Ausflugsziele für die ganze Familie.

Die Erlebnisdörfer von Karls (hier: Elstal bei Berlin) sind beliebte Ausflugsziele für die ganze Familie.

© Jürgen Ritter/imago

Am Wochenende wird das Wetter schön – dann wird es wieder Tausende Menschen in die Erlebnisdörfer von Karls ziehen. Sie wollen gut essen, die Spielplätze und Attraktionen nutzen und sich das eine oder andere Erdbeer-Souvenir mit nach Hause nehmen. Am Standort in Rövershagen in Mecklenburg-Vorpommern gibt es jetzt eine neue Attraktion – doch die bekommt von vielen Besuchern wenig Begeisterung. Im Erlebnisdorf gibt es jetzt einen Barbershop!

Neuheit in Karls Erlebnisdorf Rövershagen sorgt für Wut

Es hört sich für viele Fans von Karls Erlebnisdorf nach einem Scherz an – doch diese Neueröffnung zeigt, dass in dem Freizeitpark-Imperium alles möglich ist! Am Erlebnisdorf Rövershagen gibt es seit ein paar Tagen einen Barbershop. In einem kleinen Wohnwagen bekommen alle, die es wollen, die Haare geschnitten und der Bart gekürzt. „Ihr kennt Karls für die Erdbeeren, aber jetzt gibt’s hier auch was für den frischen Look“, hieß es jetzt auf der Facebook-Seite von Karls Erlebnisdorf.

Schon seit dem 8. August gibt es auf dem Gelände also nicht nur frische Erdbeeren, sondern laut Karls auch „frische Cuts“. Zu Beginn lockt ein Rabattangebot: Noch bis zum 31. August soll es alle Haarschnitte für nur fünf Euro geben. Bedient werden die Kunden von Barbier Mohamad und seinem Team. In einem anderen Post heißt es:

„Egal, ob du nur einen kleinen, schnellen Feinschliff für deine Konturen brauchst oder bereit für eine komplett große Veränderung bist – bei unseren Haar-Profis bist du in den allerbesten Händen“, heißt es auf der Website von Karls Erlebnisdorf. „Dank der magischen Scherenhände von Ali und Alaa verlässt du den Shop garantiert wieder perfekt und frisch gestylt!“

Die Kartoffelsackrutsche gehört zu den beliebten Attraktionen in Karls Erlebnisdorf. In Röbershagen können sich die Besucher vor oder nach der wilden Abfahrt nun außerdem die Haare schneiden lassen.

Die Kartoffelsackrutsche gehört zu den beliebten Attraktionen in Karls Erlebnisdorf. In Röbershagen können sich die Besucher vor oder nach der wilden Abfahrt nun außerdem die Haare schneiden lassen.

© Jürgen Ritter/imago

Für den Freizeitpark ist die Eröffnung des Barbershops eher eine kleine Veränderung – und trotzdem sind einige Fans ziemlich unglücklich mit der Neuerung. Denn statt Begeisterung sorgt die Eröffnung des Barbershops für ziemlich viele negative Kommentare.

„Gott, ehrlich. Nerven Barbershops nicht schon in jeder Innenstadt? Jetzt noch da. Sorry. Geht gar nicht“, schreibt ein Nutzer. Eine Frau kommentiert: „Warum??? Diese Shops verunstalten schon zig Innenstädte und die Männer sehen alle gleich aus!!! Sicherlich im coolen Karls-Style umgesetzt. Aber das ist kein Grund!“

Besucher wollen Karls Erlebnisdorf boykottieren

Manche kündigen sogar an, den Park jetzt boykottieren zu wollen. „Viele meiner Bekannten haben gesagt: Das war’s jetzt, wir gehen da nicht mehr hin“, schreibt eine Frau. „Ich finde es auch unmöglich, das passt doch überhaupt nicht dorthin. Hat der Chef von Karls Erdbeerhof eine Menge Geld dafür bekommen, oder warum macht man so was?“ Und ein anderer Besucher kommentiert: „Was hat ein Barbershop mit Erdbeeren zu tun? Das war es dann für mich mit Karls Erdbeerhof.“

Vor allem zwei Dinge stören viele Besucher: Zum einen, dass der Barbershop mit dem ganzen Thema des Parks nur wenig zu tun hat. Zum anderen, dass es von den Läden in den Innenstädten bereits genug gibt. Über das Thema wird schon lange diskutiert – laut Schätzungen gibt es in Deutschland inzwischen zwischen 2500 und 2800 sogenannte Barbershops.

Eine exakte, amtliche Zahl gibt es nicht, weil „Barbershop“ keine eigene offizielle Betriebskategorie ist. Die meisten gibt es laut Listflix in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg. Berlin weist dagegen die höchste Dichte pro Einwohner auf.

Wut über Barbershop in Karls Erlebnisdorf ist groß

Die Wut über die Neuheit bei Karls Erlebnisdorf kennt keine Grenzen. „Karls Erlebnis-Dorf ist ab jetzt für meine Kinder und mich gestorben“, heißt es in einem Kommentar. „Das hat alles nichts mehr mit dem ursprünglichen Karls zu tun. Gier kennt eben keine Grenzen.“ Und einer fragt: „Was kommt als Nächstes, eine Shisha-Bar und eine Wettstube? Vielleicht noch ein Dönerladen?“ Letzteren gibt es sogar schon, denn natürlich gibt’s in Karls Erlebnisdorf auch einen Erdbeerdöner.

Wer nicht mit wehenden Haaren in der Achterbahn sitzen will, kann sich in Karls Erlebnisdorf in Rövershagen jetzt die Haare schneiden lassen.

Wer nicht mit wehenden Haaren in der Achterbahn sitzen will, kann sich in Karls Erlebnisdorf in Rövershagen jetzt die Haare schneiden lassen.

© Jürgen Ritter/imago

Bei viel Kritik darf sich der Freizeitpark-Unternehmer aber auch über positive Reaktionen freuen. „Super Idee“, schreibt ein Fan. „Wir haben es probiert und sind mehr als zufrieden. Warum den Freizeitausflug nicht mit etwas Praktischem verbinden? Wir sparen uns so einen weiteren Weg und werden es beim nächsten Besuch wieder in Anspruch nehmen!“

Eine Mutter schreibt: „Wir haben sonst sooo wenig Zeit! Im Urlaub haben wir Zeit! Waren gerade bei euch! Und mein Sohn ist begeistert ... sehr einfühlsam und genau so, wie er es wollte!“ Und ein Nutzer kommentiert, man müsse auch verstehen, dass der Park Umsatz machen wolle, schließlich falle der bei anderen Parks teure Eintritt bei Karls Erlebnisdorf weg.

Was halten Sie vom Barbershop bei Karls Erlebnisdorf? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns über Ihre Zuschriften!

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com