Karl-Marx-Allee

Mieter schnappen Deutsche Wohnen die Wohnungen weg

Finanzsenator plant jetzt Bürgschaften für den Kauf der eigenen vier Wände.

Ulrich Paul
Lesezeit 2 Min
Protest per Plakat: Mieter der Häuser an der Karl-Marx-Allee demonstrieren an den Fassaden der Wohnhäuser gegen den Verkauf. 

Protest per Plakat: Mieter der Häuser an der Karl-Marx-Allee demonstrieren an den Fassaden der Wohnhäuser gegen den Verkauf. 

© Sabine Gudath

Der SPD-Politiker sichert den Mietern per Brief zu, dass das Land Berlin sie bei der Ausübung ihres Vorkaufsrechts unterstützen will. 

An den Fassaden der Wohnhäuser demonstrieren die Mieter gegen den Verkauf. 

An den Fassaden der Wohnhäuser demonstrieren die Mieter gegen den Verkauf. 

© Sabine Gudath

Zusammen mit der Investitionsbank Berlin (IBB) habe sein Haus ein Finanzierungsangebot entwickelt. Es sieht vor, dass die Phase zwischen der Kaufvertragsunterzeichnung und der Absicherung des nötigen Kredits im Grundbuch durch eine Bürgschaft überbrückt werden kann. So soll allen Mietern, die ihre Wohnung kaufen möchten, der Erwerb erleichtert werden.

Wer kaufen will, muss Geld parat haben

Normalerweise ermöglicht der Verkäufer die Absicherung des Kredits mit einer Vollmacht. Die liegt im vorliegenden Fall jedoch nicht vor. Folge: Wer kaufen will, muss das Geld in voller Höhe parat haben. Das ist jedoch schwierig. Denn die wenigsten Mieter haben ein paar hunderttausend Euro auf dem Konto. 

Die IBB will die Mieter bei einer Veranstaltung am 6. Dezember über die Konditionen des Angebots informieren.

Kollatz ist nicht der erste, der den Mietern helfen will. Wie berichtet, lässt bereits der Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg Florian Schmidt (Grüne) prüfen, ob die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften die Wohnungen treuhänderisch für die Mieter kaufen können. Der Finanzsenator hält diesen Weg aber nicht für aussichtsreich, wie er den Mietern schreibt. Deswegen hat er sein Alternativ-Modell entwickelt.

Bezirk hat Vorkaufsrecht

Der Mieterbeirat übt Kritik: „Wir sind sehr enttäuscht, wir sind von einer generellen Lösung für die Mieter ausgegangen“, erklärt der Vorsitzende des Gremiums Norbert Bogedein. „Wir unterstützen immer noch eine kommunale Gesamtlösung.“ 

Immerhin: Bei einem Block mit rund 80 Wohnungen hat der Bezirk ein Vorkaufsrecht, weil die Wohnungen im Milieuschutzgebiet Weberwiese liegen. Falls die Deutsche Wohnen schriftlich zusagt, die Ziele des Milieuschutzes einzuhalten, kommt das Vorkaufsrecht jedoch nicht zum Zuge. 

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