Karl-Marx-Allee

Ist dieser Taxi-Fahrer ein Verkehrsrüpel?

BMW-Fahrer auf die Haube genommen. Jetzt stehen die Kontrahenten vor Gericht.

Kerstin Rebien
Lesezeit 2 Min

Taxifahrer Götz G. (60) auf der Anklagebank. Ihm gegenüber BMW-Fahrer Mike D. (35). Zwei versierte Autofahrer. Nicht als Rüpel bekannt. Sie begegneten sich erstmals am 2. Juli. Es war 20.25 Uhr. G. hatte gerade vier junge Französinnen aufgenommen. Sie wollten zum Tempelhofer Feld, um dort die Fußball-EM zu erleben.

Wer sagt denn nun die Wahrheit?

Die Anklage: „G. scherte vom Standstreifen auf die Fahrbahn, touchierte den BMW an der Beifahrerseite.“ Als D. ausstieg und sich die Autonummer des Taxis notieren wollte, sei G. losgefahren: „D. wurde auf die Motorhaube geschleudert.“

Der Taxifahrer bestreitet: „Ich habe weder sein Auto noch den Mann berührt.“ Umgekehrt werde ein Schuh daraus. „Er klopfte doll gegen mein Auto, brüllte – ich wusste überhaupt nicht, was der hatte.“ G. will völlig ruhiggeblieben sein – „wie in einem Stummfilm“.

„Das Taxi zog in meine Spur.“

Im BMW saß D. mit Ehefrau und seinen kleinen Söhnen. Der Angestellte: „Das Taxi zog in meine Spur.“ Unüberhörbar sei das Schrammen gewesen. D.: „Ich stellte mich dann direkt vor das Taxi, wollte ein Wegfahren verhindern.“ Doch der Fahrer habe Gas gegeben. Der BMW-Fahrer: „Ich ergriff im Reflex den Seitenspiegel.“

Etwa 30 Meter weiter sei er von der Haube gerutscht. Mit Schrammen, Hämatomen und Stauchungen. D.: „Dass meine Kinder das alles miterleben mussten, ist das Schlimmste.“ Doch zwei Damen aus dem Taxi präsentierten dem Richter weitere Versionen – mal hing D. hinten am Taxi, mal an der Seite. Fortsetzung im Krimi mit vier Varianten: 5. April. KE.

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