Die Touristen-Massen müssen sich vor einer Evakuierung der Reichstagskuppel bald nicht mehr fürchten. Gleich mehrfach war sie in den vergangenen Tagen geschlossen geblieben. Der Grund: Treibhaustemperaturen von fast 50 Grad. Auch draußen sorgte die Hitze-Welle für einen Berliner Wärmerekord: 38,9 Grad.
Da schmolz sogar der Asphalt auf den Straßen dahin. An einigen Stellen dehnte sich der Belag, bis die Pisten aufplatzten. Strecken wie die A114 oder die B96a Süd wurden teilgesperrt und geflickt. Aber solche Extrem-Ereignisse bringen wahre Glutofen-Helden hervor. Straßenarbeiter, die bei Höllenhitze ihrem Job nachgingen. Genau wie sie haben auch Dachdecker, Büroangestellte ohne Klimaanlage und Streifenbeamte in Uniform das Recht auf Abkühlung redlich verdient.
Immerhin: Die Polizei bekam die Erlaubnis, die Mützen abzusetzen. Aber das hieß nicht weniger Arbeit. Im Gegenteil! Laut Psychologen steigt bei Hitze das Aggressionspotenzial. Jeder noch so kleine Ärger verursacht Stress und macht Menschen reizbarer.
Ob jetzt bei der Erfrischung auch jeder einen kühlen Kopf bewahrt, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall gibt uns die Frische die Chance, sich wieder amourösen Leidenschaften hinzugeben. Ja, bei Hitze schmilzt laut Umfrage der Zeitschrift „Lisa“ die Lust auf Sex. Ab 30 Grad sind gerade mal vier Prozent der Männer „willig“, bei Frauen sogar nur 0,1 Prozent. Auf jeden Fall schläft man nach dem Sex besser ein als bei Affenhitze im Schlafzimmer.
Der Flirt-Faktor dürfte sich nach der Hitze wohl auch in BVG-Bussen und S-Bahnen erhöhen. Bei den Backofen-Temperaturen fühlte man sich darin ja wie Sardinen in der Büchse. Kaputte Klimaanlagen, Überfüllung: Insider hatten dem KURIER viel zu berichten.
Noch viel schlimmer wiegt die Hitze-Bilanz des UKB in Marzahn. Über 200 Patienten wurden in der Glutofen-Periode eingeliefert, normal wären 90. Viele kamen mit Sonnenkoller oder mit Wespenstichen. Folge der Piks-Attacken: allergischer Schock, Atemnot. Fünf Menschen erlitten bei Badeunfällen im flachen Wasser sogar Querschnittslähmungen.
Das kommende Gewitter-Wetter hat aber auch Nachteile: Fußballspiele und Open-Air-Konzerte können wieder ins Wasser fallen. Ängstlich reagieren Haustiere auf Blitz und Donner. Aktion Tier rät: Hund und Katze nicht beruhigen! Das bestärkt sie nur in dem Glauben, dass etwas Böses passiert.
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