Siegessicher saß Rentner E. (wegen Erwerbsunfähigkeit) vor Gericht: „Auf dem Parkplatz trafen sich ständig Jugendliche, die andere zuparkten – aus Spaß.“ Sie hätten sehen wollen, wie Autofahrer betteln. E.: „Man soll sich unterwürfig zeigen, aber nicht mit mir!“ Der Parkplatz U-Bahnhof Rudow wurde zur Kampfzone. Es war 18.30 Uhr am 4. November. E. wollte seine Freundin (47) vom Dienst abholen. Doch der Wagen war eingekeilt.
Der Rentner ließ den Blick schweifen, machte einen jungen Autofahrer aus und brüllte über den Platz: „Fahr die Scheißkarre weg!“ Azubi Nico M. (20) fand das unflätig: „Geht es auch freundlich?“ Der Rentner: „Darauf hast die keinen Rechtsanspruch.“ Der Azubi: „Dann bleibt die Scheißkarre eben stehen.“
Der Streit schaukelte sich hoch: Schwupp – da schüttete E. seinen kalten Kaffee über M.s Auto. Der Azubi: „Mach das sauber!“ Der Rentner dachte nicht daran, ging auf M. und dessen Freunde zu, statt auf die Bremse.
Es kam zum Crash: Der Azubi schob den Zugeparkten zur Seite. Der behauptet: „Ich flog über die Kühlerhaube.“ Dann griff Gunther E. in seine Jacke, zog eine Signalpistole aus dem Holster, lud, drückte ab. Der Azubi: „Ohne Vorwarnung in mein Gesicht, Mund und Augen brannten.“ Seine drei Freunde riefen die Polizei.
Warum lief E. mit Waffe rum? Seine Version: „Reiner Zufall, hatte zwei Wochen zuvor einen Fuchs gesehen, handzahm – der kann doch Tollwut haben.“ Die Richterin: „Es war keine Notwehr, sondern gefährliche Körperverletzung.“ Urteil: Sieben Monate Haft auf Bewährung, Waffe eingezogen. KE.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com