Das Ziel, so ein Sprecher der Initiatoren, sei ganz einfach: „Wir wollen freie Geh- und Radwege, die nicht rücksichtslos zugeparkt sind!“ So wie an der Karl-Marx-Straße in Neukölln.
Gelbe Karte für diesen Falschparker.
© Gerd Engelsmann
Seit knapp einem Monat gibt es hier die vom Senat gefeierten neuen Radspuren. Doch weil das Konzept gnadenlos gefloppt ist und die neuen Radwege als Parkplätze missbraucht werden, ergreifen die geschundenen Radler jetzt die Initiative.
„Das Zuparken muss am Geldbeutel wehtun"
Gestern errichteten sie einen „Not-Radweg“ aus Absperrhütchen, banden Falschparkern einen Luftballon und eine symbolische Gelbe Karte an deren Fahrzeuge. Doch nicht alle Aktionen der Truppe sind ähnlich symbolisch und vergleichsweise friedlich. So wird auf der Homepage dazu aufgerufen, Falschparker anzuzeigen, deren Frontscheiben mit riesigen Aufklebern vollzukleistern oder sogar Fake-Knöllchen auszustellen. Das Motto: Je offensiver, desto besser.
Auch davor, auf Radwegen abgestellte Fahrzeuge mit Rasierschaum vollzuschmieren, schreckt die selbst ernannte Radwehr nicht zurück. „Das Zuparken muss am Geldbeutel wehtun, damit die Minderheit egoistische Autofahrer die Mehrheit nicht mehr gefährden oder blockieren kann“, sagt Heinrich Strößenreuther, Initiator der Initiative. Der Gründer einer App, mit der Falschparker mit nur wenigen Klicks angezeigt werden können, geht sogar soweit, dass er auch das Wegtragen von falsch geparkten Fahrzeugen fordert – ohne die Polizei oder eine andere Behörde darüber zu informieren.
Keine Aktivisten, keine Radwege
Denn im Gegensatz zu anderen Städten, in denen in dieser Woche ebenfalls gegen Falschparker vorgegangen werden soll, sei Berlin „vermutlich weit über das Stadium ,Wir müssen reden’ hinaus“, heißt es auf Homepage des Mannes.
Gebracht haben die gestrigen Aktionen an der Karl-Marx-Straße übrigens herzlich wenig: Denn kaum waren die Aktivisten wieder abgezogen, wurde der Radweg von rücksichtslosen Autofahrern erneut zu Parkplätzen umfunktioniert.
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