Darüber streitet sich die Freireligiöse Gemeinde als Eigentümerin mit Anwohnern. Sie sprechen von einem „schädlichen Bauprojekt“, das man verhindern müsse. Der Friedhofspark soll als „grüne Oase“ erhalten bleiben.
Seit sieben Jahren denken die 30 Mitglieder des Gemeindevereins darüber nach, einen Teil des Friedhofsparks zu bebauen. Die Gemeinde braucht Geld. „Der Friedhofspark ist ein kulturhistorischer Ort, ein Friedhof für Dissidenten“, sagt die Vorsitzende Anke Reuter. Die 75-jährige Kulturwissenschaftlerin hat die Geschichte ihrer Gemeinde erforscht, der Friedhof gehört dazu.
Grünfläche und Gartendenkmal
Doch derzeit sei der Park mit den Gräbern bedeutender Persönlichkeiten nur noch ein „geschichtsloser Freizeitpark.“ Anwohner würden Hunde mitbringen, grillen und Kindergeburtstage feiern. Kinder schlagen mit Schaufeln auf Grabsteine und klettern darauf. Die Mütter schauen zu.
In der Freireligiösen Gemeinde versammelten sich einst weltliche Humanisten. Die Nazis enteigneten die Gemeinde und verboten sie. Auch die DDR ließ sie nicht wieder zu. In den 70er Jahren wurde der Friedhof geschlossen und nach der Wende teuer umgebaut. Er ist Grünfläche und Gartendenkmal. „Dieser Friedhof ist ein Teil unserer Geschichte, die längst nicht mehr erkennbar ist“, sagt Anke Reuther. Ihre Gemeinde brauche das Geld, um ihre Geschichte sichtbarer machen. „Sonst“, sagt sie, „sterben wir lautlos und anonym.“ STR
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