Aber Verbote sind nicht die einzige Idee im Anti-Dampf-Kampf: „Ich bin sicher, wir kriegen mit einem Pfand 90 Prozent aller Kippen beseitigt“, sagt Aktivist Stephan von Orlow (49). Im Blick hat er vor allem weggeworfene Stummel, die die Umwelt verschmutzen.
20 Cent Pfand pro Zigarettenpackung?
Sein Konzept: Auf jede Zigarette sollen 20 Cent Pfand erhoben werden, also vier Euro pro Packung. Raucher sollen ihre fertig gepafften Kippen in Taschenaschenbechern sammeln und in jeder Verkaufsstelle zurückgeben können.
Stephan von Orlow ärgert sich über achtlos weggeworfene Zigarettenkippen genauso wie über deren Packungen und To-go-Becher.
© Bernd Friedel
Laut Schätzungen werden in Deutschland 200 Millionen Zigaretten pro Tag geraucht. Viele davon landen danach auf Straßen und im Grün. Thomas Fischer, Abfall-Experte der Deutschen Umwelthilfe, begrüßt die Pfand-Petition: „Jeder weiß doch, dass die Entsorgung weggeworfener Kippen durch die BSR hohe Kosten verursacht, die auch Nichtraucher mittragen.“ Damit müsse endlich Schluss sein. Experte Fischer befürchtet allerdings, dass die Umsetzung eines Kippen-Pfandsystems kompliziert werden dürfte: „Zigaretten müssten markiert werden, damit sie als Pfandstummel etwa durch spezielle Automaten erkannt werden.“
Hohe Strafen sollen abschreckend wirken
Einfacher wäre es, so Fischer, die Bußgelder für das Wegwerfen von Kippen zu erhöhen – „zwischen 100 und 200 Euro wären denkbar“. Hohe Strafen würden Raucher davon abschrecken, die Stadt zu verschmutzen.
Gut findet Experte Fischer auch den Senatsplan für ein Rauchverbot auf Spielplätzen. Er sagt: „Noch immer kommt es viel zu oft vor, dass Kinder weggeworfene Kippen in den Mund nehmen und eine Nikotinvergiftung erleiden.“ Das Rauchverbot mache aber nur Sinn, wenn die Behörden es konsequent durchsetzen und die Einhaltung gründlich kontrollieren. Genau hier sieht die FDP das Problem: Für Kontrollen fehle Personal. Im Kampf gegen Wegwerf-Kippen sei es realistischer, mehr öffentliche Aschenbecher aufzustellen.
Mitarbeit: N. Koch-Klaucke
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