Der Asiate mit meist 19 Punkten auf den Deckflügeln ist ein nützlicher Einwanderer: Vor rund 30 Jahren wurde er nach Europa geholt, weil er einen besonderen Appetit auf Blattläuse hat: Über 250 kann er am Tag verdrücken, seine Larve mehr als tausend.
Doch irgendwann brach er aus seinem Einsatzgebiet – Gewächshäusern – aus und verbreitete sich in der freien Natur. 2001 wurde er in Belgien gesichtet, ist inzwischen auch in der Region Berlin-Brandenburg aufgetaucht. Und seither geht es mit den Zweipunkt-Verwandten steil bergab, zu finden ist er nur noch in Sümpfen auf Rohrkolben oder Schilf.
Der Zweipunkt-Marienkäfer wird zum Opfer von Parasiten aus dem Nachwuchs des Asiatischen Marienkäfers.
© dpa
Gut 80 Marienkäfer-Arten – von einem Millimeter winzig bis zu einem Zentimeter lang – gibt es in der Region, viele vertilgen Blattläuse, wenn sie nicht gerade zu klein dafür sind. Die größeren Arten fressen den Nachwuchs der anderen, wie auch der niedliche Zweipunkt-Käfer, und fallen den Parasiten aus Asien zum Opfer. Die sind besonders zahlreich, weil sich der Samurai-Käfer öfter vermehrt als seine hiesigen Konkurrenten und entsprechend mehr Eier und Larven hat.
Jens Esser, Vorsitzender der Insektenkundlichen Gesellschaft Orion in Berlin, hat allerdings einen Verdacht: Zwar sterben zum Beispiel auch Fünf- und Siebenpunkt-Käferchen an den Parasiten des Samurai-Kollegen, aber ihr Bestand geht nicht zurück. „Es könnte deshalb einen anderen Grund geben, der zum Rückgang der Population des Zweipunkt-Marienkäfers führt.“ Es wäre dann ein zufälliges Zusammentreffen mit dem Aufkommen des Samurai-Käfers, das allerdings nicht erforscht ist.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com