KURIER-Reporter Holger Schacht im Triebwagen der S-Bahn.
© Stickforth Lizenz
Der Monitor mit den Bahnsteigbildern.
© Stickforth Lizenz
Das neue S-Bahn-Cockpit
© Stickforth Lizenz
Marion Gabert (44) im Bahnhof Südkreuz. An diesem Platz wird’s in Zukunft Bilder aus sechs Bahnhöfen geben, Kontakt zu den Fahrern gehalten.
© Stickforth Lizenz
Die Kameras auf dem Bahnsteig
© Stickforth Lizenz
Die Grafik zeigt, wie die neue Technik funktioniert.
© DB Lizenz
So funktioniert’s also, das neue Abfertigungssystem, in das S-Bahn-Chef Peter Buchner große Hoffnungen setzt: „Alles geht schneller und wird sich positiv auf die Pünktlichkeit auswirken.“ Ab April werden 80 der 166 Stationen (darunter der gesamte Ring) mit der neuen Technik ausgerüstet. Ein Prozess, der für die S-Bahn-Flotte schon abgeschlossen ist. 40 Millionen kostet das Projekt, das Dezember 2015 fertig sein soll. Feste Aufsichten auf Bahnhöfen wird’s dann nicht mehr geben. Bisher sind es 400. Buchner: „120 von ihnen werden als mobile Aufsichten auf Bahnhöfen eingesetzt. Weitere 120 Arbeitsplätze entstehen bei der Steuerung der Systeme.“ Den restlichen 160 Mitarbeitern werden Jobs im Konzern angeboten. Mit dem Betriebsrat sei im Januar eine Einigung erzielt worden, so Buchner. Auch über die Speicherung der Bilder. Die zeigen nicht den gesamten Bahnhof – sondern nur den Einstiegsbereich.
48 Stunden bleiben die Videos auf Festplatte und ansehen darf sie die Bundespolizei nach Gerichtsbeschluss. Sonst niemand.
Triebwagenführer Andreas Kühn (35, aus Strausberg) wurde bereits an der neuen Technik geschult. Ihn stört es nicht, seinen Zug sitzend aus der Fahrerkabine selbst abzufertigen. Im Gegenteil: „Das ist gut für die Sicherheit.“ Kühn hatte schon Ärger mit Fahrgästen.
Ausgerüstet sind die Kameras auf dem Bahnhöfen mit W-LAN, das die Bilder in 21 Zentralen weiterleitet. Buchner: „Sollte im Zug der Monitor ausfallen, kann von dort eingegriffen werden.“ Beim Probebetrieb an fünf Stationen (u.a. Storkower Straße, Landsberger Allee) sei die Technik „sehr stabil“ gewesen, hätte zu „99,8 Prozent“ funktioniert. Bisher ist Berlin bundesweit Schlusslicht. In Hamburg etwa gibt es nur eine örtliche Aufsicht – am Hauptbahnhof.
Der Fahrgastverband IGEB sieht die Entwicklung kritisch. Sprecher Jens Wieseke: „Wir hätten gern auf allen Bahnhöfen Personal, an die sich Kunden wenden können.“
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com