Kamelreiten in Brandenburg? Das gibt’s! „Wir haben jetzt unsere Reisehöhe und Reisegeschwindigkeit erreicht und bewegen uns mit etwa vier Stundenkilometern vorwärts“, witzelt Gabriele Heidicke, die mit ihrem Mann Jörg seit 2006 den Kamelhof betreibt.
Bitte lächeln! Das gelingt so einem Kamel nur unvollkommen ...
© Thomas Uhlemann
Im gemütlichen Schritt schaukeln wir über Koppeln und Wiesen. Die beiden Höcker fühlen sich fest und doch ganz plüschig an. Die Aussicht vom Rücken des Kamels ist großartig, wenn die Karawane sich in Gang setzt.
„Ich liebe jedes unserer Kamele auf seine Art“, schwärmt Gabi. „Fatima“ (10) ist eine „Mitzwanzigerin“ und eher die Neugierige, Hektische. Ihre Halbschwester Kara (5) ist enorm nervenstark.
Keine Ringkämpfe oder Aggressionen
Warum ausgerechnet Kamele? „Kamele sind domestizierte Tiere, die seit mehreren tausend Jahren von den Menschen als Nutztiere gehalten werden. Es sind sehr intelligente und freundliche Tiere“, erklärt Gabriele. „Sie sind Meister im Energiesparen. Das müssen sie auch sein. Um in der Wüste überleben zu können, haben sie ihr Verhalten auf’s Nötigste reduziert.“
Ringkämpfe oder Aggressionen sind ihnen fremd, die würden viel zu viel Energie rauben. „So liegen sie einfach nur da und gucken. Man sagt auch: Ihre Lieblingsgangart sei das Liegen.“
Fühlt sich ganz weich an: Das Striegeln der Tiere ist bei den jungen Besuchern besonders beliebt.
© Thomas Uhlemann
Was man schnell merkt: Die innere Ruhe und Gelassenheit, die diese Tiere ausstrahlen, übertragen sich auf den Besucher. Hannah (13) aus Berlin kuschelt sich an Kara und striegelt sie liebevoll. Sie hat mit ihren Großeltern Anita (71) und Günter (82) eine „Erlebnisstunde Kamel“ gebucht. Geduldig beantwortet Farmchefin Gabi ihre Fragen.
Ist das Kamel dünn, hängt der Höcker
Der Unterschied zwischen Kamel, Dromedar oder Trampeltier? „Trampeltiere und Dromedare gehören zur Familie der Kamele. Dromedare haben einen, Trampeltiere zwei Höcker.“ Trampeltiere sind Pflanzenfresser, die sich von Sträuchern, Zweigen, Gräsern und Blättern der Wüsten und Steppen ernähren.
ALLE INFOS AUF EINEN BLICK
Anreise per Bahn: Stündlich kommt am Bahnhof Nassenheide ein Zug aus Berlin-Lichtenberg (über Oranienburg) an. Vom Bahnhof sind es gute 20 Minuten zu Fuß.
Adresse: Am Dorfanger 12, 16775 Löwenberger Land. Tel. 0177/301 95 30, www.kamel-hof.de.
Ganz wichtig: Rufen Sie unbedingt vorher an und machen Sie einen Termin aus!
In den Höckern ist übrigens kein Wasser, sondern pures Fett. Der pralle Höcker dient als Energiespeicher für nahrungsarme Zeiten. Manchmal hängen die Höcker, weil das Kamel dünn ist oder abgenommen hat. Für das Wohlbefinden des Kamels spielt es keine Rolle, ob der Höcker gerade oder schräg ist.
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