Diese dreiste Aktion ging gehörig nach hinten los. Ein 18-Jähriger hatte im schleswig-holsteinischen Heide ausgerechnet die Polizei um Hilfe gebeten, einen E-Scooter zu „befreien“, den er zuvor selbst klauen wollte.
Mann bittet Polizisten um Mithilfe bei Diebstahl
Gegen 19 Uhr am Samstagabend alarmierte der junge Mann die Beamten zum Bahnhof der Stadt. Seine Geschichte: Jemand habe vor dem Bahnhof versucht, seinen angeschlossenen E-Scooter zu entwenden. Der Roller habe dort mit abmontiertem Lenker, aber noch mit einem Schloss gesichert am Fahrradständer gestanden. Die Polizei sollte das Schloss bitte aufbrechen, damit er wieder an sein Gefährt komme.
Heide ist eine beschauliche Stadt in Schleswig-Holstein.
© Joerg Boethling/imago
Als die Polizisten am Bahnhof aufschlugen, fragten sie den jungen Mann erst mal aus, bevor sie ihm halfen, das Schloss zu knacken. Keine schlechte Entscheidung. Denn ein paar gezielte Fragen später platzte die Story wie eine Seifenblase, als sich der Befragte immer mehr in Widersprüche verstrickte. Schnell war klar: Der E-Scooter gehört gar nicht dem 18-Jährigen, sondern einem 17-Jährigen, der sein Fahrzeug regulär am Bahnhof angeschlossen hatte. Der selbsternannte Geschädigte hatte offenbar erst selbst versucht, das Schloss aufzubrechen – allerdings ohne Erfolg.
Gegen dreisten E-Scooter-Dieb aus Heide wird nun ermittelt
Schließlich gestand der junge Mann die Aktion. Statt des E-Scooters bekommt er jetzt etwas ganz anderes, nämlich Ärger mit dem Gesetz. Gegen ihn wird wegen versuchten besonders schweren Diebstahls und Vortäuschens einer Straftat ermittelt. Das Strafverfahren dauert an.
Ein Fall, bei dem sich selbst erfahrene Polizisten wohl gedacht haben dürften: So viel Dreistigkeit sieht man auch nicht alle Tage.
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