Jung, schön, berühmt

Der einsame Tod der Maria Kwiatkowsky

Die Schauspielerin räumte Filmpreise ab, wurde aber auch als Brandstifterin verurteilt. Ihr Tod gibt große Rätsel auf. War es eine Überdosis, ein plötzlicher Herztod oder Selbstmord?

C. Keikus M. Wilms
Lesezeit 2 Min

Eine Überdosis Drogen soll es gewesen sein oder vielleicht ein plötzlicher Herztod. Auch ein Selbstmord ist denkbar. Aber am Ende sind das alles nur Mutmaßungen. Nach KURIER-Informationen wurde der Leichnam von Maria Kwiatkowsky noch gar nicht obduziert. Eile ist aus Ermittler-Sicht auch nicht nötig, weil die junge Berlinerin nicht Opfer eines Verbrechens wurde. Zumindest soviel ist sicher.

Maria Kwiatkowsky kennen TV-Zuschauer aus Krimi-Serien wie „Kommissarin Lucas“ und „Bloch“. Seit dem vergangenen Jahr gehörte sie auch zum Ensemble der Berliner Volksbühne. Dort spielte sie in den Inszenierungen „Nach Moskau! Nach Moskau!“ und „Der Kaufmann von Berlin“ , bei denen Theater-Genie Frank Castorf die Regie führte. „Mit Maria Kwiatkowsky verliert nicht nur die Volksbühne ein außergewöhnliches Talent“, sagt die Theater-Leitung.

Der Schauspieler Hermann Beyer (68, „Polizeiruf“, „Boxhagener Platz“) stand 2009 in der Castorf-Inszenierung „Ozean“ mit Kwiatkowsky auf der Bühne. Er ist sehr traurig, sagt: „Maria war ein zauberhafter, unverwechselbarer Mensch. Ich habe sie als überaus talentierte und vitale Schauspielerin geschätzt.“

Zuletzt stand Maria Kwiatkowsky am 1. Juli mit Mario Adorf und Sunnyi Melles in Leichlingen (NRW) vor der Kamera. Im Kinofilm „Die Erfindung der Liebe“ sollte sie eine Studentin spielen, die eine sterbenskranke Millionärin um ihr Geld bringen will. Nur drei Tage später wurde sie leblos in ihrer Wohnung in Mitte gefunden (KURIER berichtete).

„Maria Kwiatkowsky ist nicht mehr bei uns. Wir trauern um einen zauberhaften Menschen und eine begnadete Schauspielerin“, schreibt Steffen Weihe, Chef ihrer Agentur Pegasus, im Internet. Die preisgekrönte Darstellerin (Goldene Kamera 2010) hatte aber auch ihre dunklen Seiten. In der Zeit, als ihre Karriere stockte, zündete sie eine Berliner Kita an. Das war Ende 2005.

Ein Psychiater beschrieb Maria später im Prozess als „emotional instabile Persönlichkeit“. Ihre dreijährige Bewährungsstrafe empfand sie als „gerecht“.

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