Jugendliche führten 13-jährigen Jungen gewaltsam Colaflaschen ein. Kein Betreuer half Opfern

Vergewaltigungsorgien im Feriencamp

BK
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Osnabrück - Folter-Horror im Ferien-Camp: Bei der Ferienfreizeit auf der Insel Ameland sollen sechs Kinder sexuell missbraucht worden sein. Die Betreuer sollen davon gewusst haben, taten aber nichts. Ein Albtraum für Kinder und Eltern...Es sollte die schönste Zeit des Jahres werden. 170 Jugendliche hatten sich für die Ferienfreizeit des "Stadtsportbundes Osnabrück" auf der Insel Ameland (Niederlande) angemeldet. Für zwei Wochen in drei alten Bauernhäusern - zwischen Stränden und weißen Sanddünen. Doch statt Lagerfeuer und Badespaß erlebten sechs 13-jährige Jungs einen furchtbaren Horror-Trip. Sie wurden laut Staatsanwalt mehrmals vergewaltigt - im Schlafsaal.Eine Gruppe von acht 13- bis 16-Jährigen soll die Bettnachbarn in die Mitte des Raums getrieben und dann ausgezogen haben. Dann sollen die mutmaßlichen Täter den Jungen Colaflaschen und andere harte Gegenstände gewaltsam eingeführt haben. Zwei der Opfer wurden später offenbar selbst zu Tätern - die Folter wiederholte sich.Einige Opfer sollen sich "verzweifelt an ihren Betten festgekrallt haben", sagte Berndt Klose, der Leiter des Osnabrücker Jugendschutz-Kommissariats. Andere konnten der Qual entfliehen, indem sie sich in letzter Minute über die Feuerleiter retteten. Niemand griff ein - auch keiner der 60 Betreuer. Und das, obwohl sich die Kinder hilfesuchend an sie gewandt haben sollen.Erst als die Jugendlichen wieder zu Hause waren, flog der Skandal auf. Die Mutter eines Opfers ging sofort zur Polizei. "Ich bin absolut fassungslos", erklärte Wolfgang Wellmann, Vorsitzender des Stadtsportbundes Osnabrück. Der Verband bietet seit 1968 diese Art der Sommerfreizeit an. Solche Vorfälle seien bisher nicht bekannt geworden. Er selbst kann nicht verstehen, wieso niemand der betroffenen Jugendlichen zu Hause angerufen und gesagt hat: Mama, hier ist es ganz fürchterlich. "Da müssen wir für die Zukunft etwas tun und denen klarmachen: So etwas muss man sich nicht gefallen lassen", sagt Wellmann.Der Leiter des Ferien-Camps ist zurückgetreten, Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln in insgesamt sechs bis acht Fällen von Vergewaltigung, schwerem Missbrauch und gefährlicher Körperverletzung. Einer der Täter hat gestanden.Wie konnte es zu der grausamen Tat kommen? "Insgesamt handelt es sich um ein sadistisch-masochistisches Geschehen", sagte Familientherapeut Wolfgang Bergmann. "Das erklärt, warum ein Opfer zum Täter und umgekehrt wird." Bergmann spricht von "einem tief gestörten Persönlichkeitsbild".Den über 14 Jahre alten Tätern drohen mehrere Jahre Jugendknast. Den angeblich geschulten Betreuern könnte unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen werden.------------------------------

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