Denn der Mann mit dem Gewinnerlächeln hatte beim FC Bayern nicht so viel zu lachen. Als Spieler war er zwei Jahre lang zwar sehr erfolgreich. Von 1995 bis 1997 schoss er in der Bundesliga für den Rekordmeister 31 Tore. Im Europacup stellte er 1995/96 sogar einen Rekord auf und traf dort 15-mal.
Doch am 10. Mai 1997 kam es zum Bruch mit Trainer Giovanni Trapattoni und zum Loch in der berühmten Werbetonne. Beim 0:0 gegen Freiburg wechselte ihn der italienische Kult-Coach in der 80. Minute aus. Für Klinsmann war es eine Art Majestätsbeleidigung.
Er schimpfte und trat dann auf der Tartanbahn des Münchner Olympiastadions mit voller Wucht in die Tonne. Sein Fuß blieb erst mal drin stecken. Klinsmann entschuldigte sich danach. Doch nach dieser Saison verließ Klinsmann die Bayern und ging zu Sampdoria Genua.
Elf Jahre später kehrte er zum Rekordmeister zurück. Als Sommermärchen-Macher mit der Nationalelf 2006 trat er im Sommer 2008 als Trainer des Rekordmeisters an. Der Visionär wollte die Bayern umkrempeln. Die berühmten Buddha-Statuen überall auf dem Bayern-Gelände, die eine Agentur aufstellte, wurden ihm nachgesagt. Klinsmann wehrte sich wegen dieses Gerücht: „Das habe ich nicht veranlasst.“ Die Saison 2008/09 wurde für ihn eine Enttäuschung: nicht an einem Spieltag Tabellenführer.
Auch nicht am 20. Spieltag: Da verlor Klinsmann mit den Bayern 1:2 bei Hertha BSC. Die Blau-Weißen bejubelten am 14.Februar 2009 Bundesliga-Platz 1 und für den FCB-Coach wurde die Luft immer dünner. Am 27. April wurde Klinsmann dann beurlaubt. Über die Bayern-Bosse sagte er danach: „Hoeneß, Rummenigge, Beckenbauer und auch Breitner sind alles Alphatiere, mit denen man sich zu reiben hat. Ich habe mich auf Kompromisse eingelassen, die ich als Bundestrainer nie zugelassen hätte.“ Und auch die Mentalität der Bayern-Profis kritisierte er: „Ich bin mit meiner Denkweise hier und da an die Grenzen gestoßen, weil ich es oftmals mit Leuten zu tun hatte, die sich nicht weiterentwickeln wollen, die mehr auf Besitzdenken fixiert waren. Ich aber wollte immer den nächsten Schritt machen.“
Elf Jahre später kann es Klinsmann besser machen und den Bayern endlich beweisen, wie gut er als Trainer ist – mit Hertha BSC.
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