Doch der Stürmer, für den die Eisernen satte zwei Millionen Euro an Mainz 05 zahlten, hat das Lächeln nicht verlernt. Trotz Jokerrolle und trotz deftiger Niederlage, wobei Letztere ihn schon merklich wurmte.
„Das war wirklich nicht der Start, den wir uns erhofft hatten“, erklärt der 28-Jährige nachdenklich. Doch den Nigerianer zeichnete schon bei seinen Stationen in Mainz, Köln und Bremen aus, dass er stets versuchte, einer schwierigen Situation auch Positives abzugewinnen.
So betont der Mittelstürmer: „Ich denke, dass es gut war, dass wir solche Fehler wie gegen Leipzig so früh schon gemacht haben. So haben wir jetzt noch genügend Zeit, um uns auf diese Situationen einzustellen und sie zu korrigieren.“
Dabei helfe, so Ujah, auch die Tatsache, dass dieses fast schon mythische Bundesliga-Debüt für Verein und so manchen Spieler nun hinter der Mannschaft liege. „Es war nicht so, dass wir Angst vor Leipzig hatten, aber dieses ganze Drumherum, diese ganzen ‚ersten Male‘ − der erste Spieltag der Saison, das erste Bundesligaspiel in der Vereinsgeschichte − waren vielleicht etwas zu viel. Das hast du als Spieler definitiv im Kopf.“
Trainer Urs Fischer schätzt das ähnlich ein: „Das soll keine Entschuldigung für das Ergebnis sein, aber ich glaube auch, dass es für uns alle gut ist, dass dieses erste Spiel vorbei ist.“
Mit Volldampf geht es nun in die Vorbereitung zur nächsten Kraftprobe, gegen den FC Augsburg. Ein Gegner, den Ujah trotz des schlechten Starts, mit Pokal-Aus und 1:5-Backpfeife gegen Borussia Dortmund keinesfalls unterschätzen will.
„Wir haben ja beide unsere Auftaktspiele deutlich verloren. Ich bin mir sicher, dass dieses Auswärtsspiel nicht leicht für uns wird, aber wir sind auch nicht komplett chancenlos. Ein Punktgewinn ist auf jeden Fall unser Ziel.“
Wenn es nach dem Stürmer ginge, am liebsten mit ihm in der Startelf. Doch Ujah ist ganz ehrlich, wenn er sagt: „Ich sehe meine Situation ganz positiv, habe 45 Minuten gegen Leipzig gespielt, was zeigt, dass ich nicht weit von der ersten Elf entfernt bin. Ich denke einfach, dass diese Jokerrolle eine Charakterfrage ist und dass Konkurrenz uns alle stärker macht. Jeder muss um seinen Platz kämpfen, denn am Ende zählt als allererstes das Team.“
Der Nigerianer sagt das mit einem Strahlen im Gesicht und jeder Unioner weiß: Dieser Junge ist eine absolute Verstärkung für die Eisernen. Sportlich, na klar! Aber ganz besonders auch menschlich.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com