Kamen - Die Teambesprechung dauerte etwas länger. "Das war notwendig, da wir die Italiener seit 16 Jahren nicht mehr geschlagen haben", scherzte Bundestrainer Joachim Löw. In Dortmund soll heute ein erfolgreicher Start ins Länderspiel-Jahr 2011 erfolgen. Oder wie es Philipp Lahm ausdrückte: "Wir wollen zeigen, dass wir ganz vorne angesiedelt sind in der Welt." Aber der Kapitän weiß auch, wie unangenehm die Aufgabe wird: "Italien ist eine Truppe, die gern ein Spiel zerstört." Doch wir haben unser Tor-Quartett, das den Catenaccio knacken soll. Auf geht's: Wir haben Hunger auf Pizza Quattro Tori.Lukas PodolskiDer Prinz ist gut drauf! Nach dem 3:2 gegen die Bayern zieht Lukas Podolski (25) in der Sportschule Kaiserau die Münchner Kollegen mit Sprüchen auf. Und im Team ist Poldi dank seiner irren Bilanz von 42 Toren in 83 Spielen (!) eh eine Bank. Deshalb trägt er auch heute wieder die "10" von Beginn an. Gegen den Gegner, mit dem er eine der schmerzlichsten Erfahrungen überhaupt verbindet ..."Das Spiel 2006 in Dortmund gegen Italien war eine meiner bittersten Niederlagen. Wir waren doch so nah dran am Finale", erinnert sich der Kölner, der damals sogar die Führung auf dem Fuß hatte. Das eingerahmte Trikot von Fabio Cannavaro hängt bei Poldi daheim an der Wand.Vor dem Duell mit Italien strotzt Poldi vor Selbstvertrauen: "Wenn ich wie in der Vergangenheit weiter meine Leistung bringe, wird es schwer, an mir vorbei zu kommen", sagt Podolski. Trifft er heute, holt er Uwe Seeler in der DFB-Torjägerliste ein.Thomas MüllerDer Shootingstar des WM-Jahres vor seinem ersten Länderspiel 2011. Geht Thomas Müllers Superserie nahtlos weiter? Zehn Scorerpunkte in zwölf Spielen konnte der Torkönig von Südafrika im Vorjahr verbuchen. Erstmals trifft Müller (21) auf Italien. Beim Halbfinale 2006 war er gerade mal 16 Jahre jung, schlief noch in Bayern-Bettwäsche. Und lernte ein Jahr später seine Ehefrau kennen.Mesut ÖzilEr zog aus, um Real Madrid zu verzaubern. 2011 ist Mesut Özil der Magier der Königlichen. Entsprechend selbstbewusst reiste der 22-Jährige an. Jogi Löw: "Alle waren nach der WM stolz, dass Özil und Sami Khedira diesen Sprung geschafft haben, was nicht ganz so selbstverständlich war. Beide haben ihre Sache hervorragend gemacht, hatten viele Einsatzzeiten, waren regelmäßig auch in wichtigen Spielen dabei. Man spürt, dass sie froh sind, diesen Schritt gemacht zu haben." Heute soll Özil wieder zentral die Fäden ziehen, Khedira sichert im defensiven Mittelfeld ab - genau wie bei der WM 2010.Miroslav KloseSeine Quote im Trikot der Nationalmannschaft ist einwandfrei: 105 Spiele, 58 Tore. Doch beim FC Bayern stand Miroslav Klose letztmals am sechsten Spieltag in der Startelf, zuletzt durfte er immer nur für wenige Minuten ran. Nach dem verletzungsbedingten Aus von Mario Gomez (Innenbandzerrung im Knie) muss der 32-Jährige heute seine Klasse nachweisen. Von der ist zumindest der Bundestrainer überzeugt. "Ich habe im Training gesehen, dass er in einer unglaublich guten Form ist. Er hat zwar im Moment wenig Spielpraxis, doch dafür fühlt er sich körperlich sehr gut", sagt Löw. Zum Vereinswechsel rät er dem Stürmer nicht. "Bayern braucht im Sturm zwei Spieler von solch einer Klasse wie Gomez und Klose."------------------------------
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