Jetzt wird der Fahrkarten-Kauf zum Abenteuer und Geduldsspiel. Denn statt den Kunden-Service auf den Bahnhöfen zu verbessern, will die Bahn bundesweit ihre 400 Reisezentren abbauen, 700 der 2500 Reiseberater bis 2016 abschaffen. Dabei muss man in den Zentren jetzt schon lange warten, bis man die günstigste, schnellste Zugverbindung und eine Fahrkarte hat – wie der KURIER-Test zeigt.
Das Reisezentrum am Hauptbahnhof. Die erste Teststation für den KURIER-Reporter, der sich eine Bahn-Fahrkarte nach Plau am See im schönen Mecklenburg-Vorpommern kaufen will. Man staunt: Trotz langer Kunden-Schlange sind nur fünf der sieben Schalter besetzt. Was soll das werden, wenn die Bahn die Reiseberater-Stellen abbaut? Dann wird die Schlange hier wohl noch länger werden.
Die Stoppuhr läuft. 16 Minuten dauert es, bis der Reporter am Schalter ist. Der schlaue Bahn-Mann hat in einer Minute die günstige Verbindung gefunden, klärt auf, dass ich noch mit einem Bus fahren muss, um ans Ziel zu kommen, dafür vor Ort ein Extra-Ticket kaufen muss.
KURIER-Reporter Norbert Koch-Klaucke mit seiner Wartemarke.
© Thomas Lebie Lizenz
Jetzt heißt es warten und warten...
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... und anstehen...
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Immerhin: nach 16 Minuten wird der Reporter bedient.
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Katrin Schmidt (67) versucht sich am Automaten... und verzweifelt fast.
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Sie wird sich auch weiter im Reisezentrum Tickets kaufen - der Automat ist keine Alternative.
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Der gleiche Test im Reisezentrum am Bahnhof Zoo: Der Reporter freut sich. Er muss nicht in der Schlange stehen, dafür eine Nummer wie auf dem Amt ziehen und auf einer Bank über 15 Minuten warten. Dafür hat der Berater die beste Verbindung nach Plau am See (plus Bus- und Extrakostenhinweis) sofort parat. Er war gerade da.
Im Reisezentrum am Alex war der Reporter „schon“ nach 13 Minuten am Schalter (drei von fünf besetzt). Dafür dauerte die Auskunft fast 10 Minuten – ohne Extrakosten-Hinweis. Den gab’s auch nicht beim Ticketkauf im Internet. Fazit: In den Zentren muss man warten, bekommt aber zügig Auskunft.
Laut Bahn würde die Kunden-Mehrheit sich die Tickets im Internet holen, weil das so toll ist. Warum sind dann die Reisezentren so voll? Und was machen ältere Leute ohne Internet? Katrin Schmidt (67) testet für uns den Automaten. Nach fünf Minuten gibt sie auf: Das Ding kennt Plau am See nicht.
NKK
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