Das Nachspiel vor Gericht. Veronika H. hochrot im Gesicht. Wut im schroffen Ton: „Ich bin nicht ausländerfeindlich. Ich habe vielleicht überreagiert, aber nicht geschlagen.“
Sie versucht sich rauszureden
Sie sieht sich als Opfer und schiebt es auf eine angebliche Begegnung mit anderen Frauen kurz zuvor: „Da standen zwei Kopftücher vor mir, mitten auf dem Weg.“ Sie habe sich vorbeigezwängt, dabei gesagt: „Ich würde mich ja noch breiter machen.“
Schimpf-Tiraden habe sie sich dafür eingehandelt. Die Rentnerin: „Ich ging weiter. Dann tauchten ganz dicht neben mir diese Frauen auf.“ Gemeint sind Mutter und Tochter. Die Rentnerin: „Habe einen Schreck gekriegt. Vielleicht habe ich sie mit dem Ärmel berührt, vielleicht habe ich auch das Kopftuch gegriffen – meine Güte!“
„Die Angeklagte hat Menschen wegen ihrer Religion angegriffen.“
Ganz anders die Sicht von Mutter und Tochter. Es war 13.45 Uhr, als sie am 27. Januar plaudernd an der Fußgängerampel Puschkinallee/Elsenstraße standen. Sena T., derzeit im Referendariat: „Wir wollten Möbel kaufen.“ Plötzlich blanker Fremden-Hass. „Kanaken“ und „Scheiß Moslempack“ grölte es ihnen entgegen. Dann der Schlag. Die Tochter: „Trotzdem hielt ich sie fest.“
Die Lippe der Tochter blutig, beide Opfer tief schockiert. Attackiert von einer Frau, die klar bei Verstand war. Die Richterin: „Die Angeklagte hat Menschen wegen ihrer Religion angegriffen.“
Urteil: Wegen Körperverletzung und Beleidigung 2400 Euro Strafe. Die Tochter: „Heute Nacht kann ich ruhiger schlafen.“
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