Den Haag - Vielleicht hat sie alles verdrängt - vielleicht will sie sich einfach nicht erinnern. Vor 13 Jahren nahm Naomi Campbell (40) von Liberias Ex-Präsident einen Blutdiamanten an. Einen Diamanten, durch den gewalttätige Konflikte finanziert werden. Jetzt soll sie gegen den Diktator aussagen. Doch Naomi sträubt sich. Ihr drohen sieben Jahre Knast.Ausnahmsweise ist es keine Prügelattacke, die dem Supermodel richtig Ärger macht. Es ist ein Abend im Jahre 1997. Campbell war bei einer Feier von Nelson Mandela. Dort traf sie Charles Taylor (62), den damaligen Präsidenten Liberias. Der Diktator war begeistert von der Schönheit und versprach, ihr einen ungeschliffenen Diamanten zu schenken. Noch in der Nacht ließ er den riesigen Edelstein zu ihr aufs Hotelzimmer bringen. Stolz erzählte Campbell am nächsten Morgen der Schauspielerin Mia Farrow (65) davon.Doch das Schmuckstück war ein Blutdiamant. Ein Diamant, den Taylor von Rebellen im Tausch gegen Waffen erhalten hatte. Damit hat er den Bürgerkrieg in Sierra Leone angeheizt. Terror-Truppen überfielen Dörfer. Kindersoldaten hackten Menschen die Arme ab. Hunderttausende starben.Jetzt wird Taylor unter anderem wegen Massenmord und Plünderung vorm Kriegsverbrechertribunal in Den Haag der Prozess gemacht. Und der Diktator behauptet dreist, die Diamanten nie besessen zu haben. "Auch Jesus Christus wurde angeklagt, ein Mörder zu sein", höhnt er obendrein. Naomi Campbell ist die Schlüsselzeugin.Lange hat sie sich dagegen gewehrt, auszusagen. "Ich habe Angst um meine Familie", lautete ihre Ausrede. Letztendlich hat sie sich zwar bereit erklärt, eine Aussage zu machen - doch wie ernst es dem Model damit ist, ist unklar. Für den 29. Juli war ein Termin angesetzt. Den will Campbell laut der britischen Zeitung "Telegraph" aber verschieben. Verzögerung als Taktik? Das kann gewaltig schiefgehen. Sollte Naomi Campbell nicht aussagen, drohen ihr sieben Jahre Haft.------------------------------
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