Jetzt blüht uns was

Bunte Kunstwerke auf Berlins Plätzen

KURIER begleitete Mona Isabelle bei einer Blumen-Aktion am Kotti.

Florian Thalmann
Lesezeit 3 Min
Fertig! Mona Isabelle steckt die letzte Blume in ihren Riesenstrauß, dann ist das blühende Werk vollendet. 

Fertig! Mona Isabelle steckt die letzte Blume in ihren Riesenstrauß, dann ist das blühende Werk vollendet. 

© Sabine Gudath

Viele Berliner liegen noch in den Federn, als um 7 Uhr ein rotes Cabrio in einer Parklücke in der Reichenberger Straße hält. Auf den Rücksitzen strahlen unzählige Sonnenblumen um die Wette – und auf dem Fahrersitz strahlt sie: Mona Isabelle (36). „Das hat heute wieder ewig gedauert“, ruft sie zur Begrüßung. Sie meint den Berliner Blumen-Großmarkt – von hier kommt sie gerade.

Mona springt aus dem Auto und beginnt, die Blumen auf einer Fußgängerinsel abzuladen. Dann füllt sie einen Metallkorb mit Steckmasse und wässert sie. Los geht’s! Eine Blume nach der anderen steckt sie in die Riesen-Vase – und eine halbe Stunde später ist es fertig, das blühende Werk.

„Das wollte ich unbedingt auch machen.“

Regelmäßig inszeniert Mona solche „Flower Flashs“ in der Stadt, stellt Mega-Sträuße ins Straßenland. „Ich möchte etwas Freude an die Berliner weitergeben“, sagt sie. „Natürlich gibt es Nörgler, die fragen, was das soll, aber die meisten finden es toll. Und ich freue mich über jedes Lächeln.“

In ihrem roten Cabrio kommt Mona zum Kotti, auf dem Rücksitz stapeln sich Blumen.

In ihrem roten Cabrio kommt Mona zum Kotti, auf dem Rücksitz stapeln sich Blumen.

© Sabine Gudath

Die Liebe für Blumen entdeckte Mona in der Kindheit: Sie wuchs nahe des Winterfeldtplatzes auf. „Schon damals staunte ich über die Blumenhändler, die dort auf dem Markt standen.“ Die Farben, die Gerüche, die Vielfalt verzauberten sie. Später studierte sie Mode, entdeckte den Tango Argentino für sich, öffnete ein Tanz-Studio im Wedding. „Die Räume schmückte ich bei Events mit Blumen – und merkte, dass ich mich damit künstlerisch gut ausdrücken kann.“ Später stieß sie auf Lewis Miller, einen Künstler, der in New York solche öffentlichen Blumengestecke arrangiert. „Das wollte ich unbedingt auch machen.“

Floristin möchte sie nicht sein

Etwa einmal im Monat sucht sie sich nun einen öffentlichen Ort, fährt morgens zum Großmarkt, kauft ein. Die Kosten, etwa 120 Euro für einen Riesen-Strauß, zahlt sie aus eigener Tasche. 15 solcher „Flower Flashs“ inszenierte sie bisher. Genehmigungen holt sie nicht ein, Probleme gab es aber nie. „Ich wurde zwar vom Ordnungsamt angesprochen, aber sie fanden es zu schön, um mich abzustrafen.“ 

Mona liebt Blumen über alles.

Mona liebt Blumen über alles.

© Sabine Gudath

Floristin möchte sie trotzdem nicht sein. „Ich habe vor dem Job Respekt. Jeden Morgen um 4 Uhr aufstehen und auf dem Großmarkt nach Ware suchen – das wäre nichts für mich. Ich möchte das tun, weil ich Lust darauf habe und nicht, weil ich muss.“

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