Jeden Tag voller

Die Friedhofshalle der Hassbrenner-Wracks

Sie steht in der Belziger Straße und hier landen die Wracks, die von Hassbrennern angezündet werden. Offiziell heißt die Friedhofshalle für Autos „Sicherstellungsgelände“. Hier werden sie auf Spuren untersucht.

BK
Lesezeit 4 Min
Anwohner Ben kam mit einer Gießkanne voller Wasser, um Hilfe zu leisten bei den Löscharbeiten in Charlottenburg.

Anwohner Ben kam mit einer Gießkanne voller Wasser, um Hilfe zu leisten bei den Löscharbeiten in Charlottenburg.

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Denn Feuerteufel schlugen die dritte Nacht in Folge zu. Zwölf Wagen kamen zu Schaden. Kurz nach Mitternacht brannten u.a. in der Eosanderstraße (Charlottenburg) zwei „5er-BMW“. Zeugen sahen einen flüchtenden Jugendlichen auf einem BMX-Rad. Von ihm fehlt jede Spur. Anwohner kamen mit Gießkannen voller Wasser zu Hilfe. Zu spät! Die Wagen wurden völlig zerstört.

Polizei und Politik scheinen machtlos, noch immer gibt es keine Festnahmen. Und die Brandanschläge bringen in Berlin Schärfe in die Polit-Debatte. Während Klaus Wowereit (57, SPD) zunehmend ratloser erscheint – „Wir stochern in der Tat ein bisschen im Nebel“ – verurteilte Bundeskanzlerin Angela Merkel (57, CDU) die Anschläge: „Was ist das für ein Verhalten, Kinderwagen in den Fluren von Mietshäusern in Flammen aufgehen zu lassen?“

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Ihr Parteifreund Wolfgang Bosbach (59) zog bereits Vergleiche mit der Gewalt der Roten Armee Fraktion. „Auch der RAF-Terror begann einmal ’nur’ mit Brandstiftung. Und deswegen besteht die Gefahr, dass sich die Gewalt eines Tages auch gegen Menschen richtet.“ FPD-Generalsekretär Christian Lindner (32) hingegen muss gar nicht so weit in die Vergangenheit „London war eine Warnung an Berlin“, sagte er dem KURIER. Und attackiert den Regierenden Bürgermeister: „Wowereit nimmt Gewalt auf die leichte Schulter. Das ist falsch, wie man jetzt jede Nacht sieht. Künast hat sowieso was gegen Autos, die kümmert Sachbeschädigung wenig. Und von der CDU kennt man nur Forderungen nach Gesetzen, mit denen bei unbescholtenen Bürgern geschnüffelt werden soll.“

Für Sicherheit brauche man stattdessen Polizeibeamte, so Lindner. „Da hat der rot-rote Senat 4000 Stellen gestrichen.“ Eine „falsche“ Entscheidung wie man spätestens jetzt sehe, schimpft der FDP-General.

Damit stößt er ins gleiche Horn wie die Gewerkschaft der Polizei. Die fordert in einem Fünf-Punkte-Programm die Unterstützung durch Beamte aus anderen Bundesländern, die Wiedereinführung des 12-Stunden-Vierteldienstes, den neuen Dienstzweig „Polizeivollzugsangestellte“ (nur spezielles Aufgaben im Verkehrsdienst), den Aufbau neuer Abschnitte und die Ächtung von Gewalt.

Feuerwehrmänner müssen mit ansehen, wie ein Auto von den Flammen aufgefressen wird. Seit Anfang der Woche brannten rund 70 Fahrzeuge.

Feuerwehrmänner müssen mit ansehen, wie ein Auto von den Flammen aufgefressen wird. Seit Anfang der Woche brannten rund 70 Fahrzeuge.

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Hier brennt ein Auto in der Pestalozzistr 28 - seit Wochen suchen die Fahnder nach den Tätern.

Hier brennt ein Auto in der Pestalozzistr 28 - seit Wochen suchen die Fahnder nach den Tätern.

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Feuerwehrler löschen ein brennendes Autos in der Bolchenerstraße.

Feuerwehrler löschen ein brennendes Autos in der Bolchenerstraße.

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Ein weiteres ist schwer beschädigt.

Ein weiteres ist schwer beschädigt.

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Traurig steht Chandre P. mit seiner Frau Vera vor ihrem abgebrannten Auto.

Traurig steht Chandre P. mit seiner Frau Vera vor ihrem abgebrannten Auto.

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Hier wurden die Heckscheibe eingeschmissen.

Hier wurden die Heckscheibe eingeschmissen.

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