Jede Menge Schuldzuweisungen und Forderungen bei Debatte im Abgeordnetenhaus

Früh-Wahlkampf mit S-Bahn-Chaos

Gerhard Lehrke
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Berlin - Der Wahlkampf ist rot-beige: Ach, wenn die S-Bahn doch nur so gut fahren würde wie die Abgeordneten sich gestern angifteten, als die Schrottbahn Thema im Parlament war.Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop pflaumte den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wegen jahrelanger Untätigkeit und leeren Versprechungen in Sachen S-Bahn an: "Berlin braucht einen Krisenmanager, keinen Aussitzer." Christian Gaebler (SPD) mochte den Senat nicht als Verantwortlichen sehen. Der "gescheiterte Börsenwahn" der Bahn sei schuld, der Bund und Renate Künast. Die habe sich als Landwirtschafts-Ministerin der rot-grünen Bundesregierung 1998 bis 2005 dieser Politik nicht in den Weg geworfen.Oliver Friederici (CDU) hatte es da leicht, reinzugrätschen: Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und fünf SPD-Verkehrsminister 1998 bis 2009 hätten den Bahn-Börsengang vorangetrieben. "Es gibt nur einen Verantwortlichen für das Chaos, das ist die SPD."Klaus-Peter von Lüdeke (FDP) höhnte, dass Wowereits Frühstücke mit den Bahnbossen nichts gebracht haben, und verlangte die sofortige Kündigung des S-Bahn-Vertrags. Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) forderte Investitionen in die Instandsetzung von Netz und Fahrzeugen und in die Zug-Beschaffung durch die Bahn - von Berlin gebe es nichts.

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