Jahrelang wurde bei "Harles & Jentzsch" mit Gift gepanscht

Hier wurde das Futter verseucht

BK
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Berlin - Das Jahr 2011 begann mit einem Böllerschuss aus der Landwirtschaft. Deutschland hat wieder einen handfesten Lebensmittelskandal. In Eiern und Geflügelfleisch wurde der krebserregende und hochgiftige Stoff Dioxin nachgewiesen (KURIER berichtete). Insgesamt sind acht Bundesländer betroffen - darunter auch Brandenburg. Und der Skandal weitet sich aus: Zu Wochenbeginn wurde ein märkischer Schweineaufzuchtbetrieb wegen Dioxin-Verdachts gesperrt. Ermittler haben einen ersten Verdächtigen ausgemacht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.Ins Visier gerieten der Futtermittelhersteller "Harles & Jentzsch" aus Uetersen (Schleswig-Holstein). Dort sollen 2700 Tonnen Giftfutter zusammengepanscht und an 25 Futtermittelhersteller in NRW, Niedersachsen, Hamburg und Sachsen-Anhalt geliefert worden sein! In acht Bundesländern wurden 1000 Agrarbetriebe gesperrt. Aus einem Brandenburger Betrieb sollen 90 Tonnen Dioxin-Hähnchen im Handel gelandet sein.Wie nun bekannt wurde, soll "Harles & Jentzsch" über Jahre Reste aus der Biodieselherstellung (Mischfettsäuren) verarbeitet haben. "Wir waren leichtfertig der irrigen Annahme, dass die Mischfettsäure, die bei der Herstellung von Biodiesel aus Palm-, Soja- und Rapsöl anfällt, für die Futtermittelherstellung geeignet sei", sagte Geschäftsführer Siegfried Sievers.Ein Irrtum mit Folgen! Denn: Die genutzten Mischfettsäuren waren niemals für die Futtermittel, sondern nur zur technischen Verwendung als Schmiermittel etwa bestimmt. In einer Pressemitteilung erklärte der Geschäftsführer, dass "möglicherweise dioxinbelastete Rohware" aus Holland bezogen wurde. Diese sei wiederum durch die Petrotec AG ausgeliefert worden. Dort zeigt man sich betroffen. Der Biodiesel-Hersteller betont, dass ihr Produkt "offensichtlich missbräuchlich verwendet wurde", man die Behörden nach Kräften bei der Aufklärung unterstützen wolle.Grundsätzlich, so erklärt der Kieler Ministeriumssprecher Gerald Finck, könnten Reste aus der Biodieselherstellung zur Viehfutterherstellung verwendet werden. "Aber da muss natürlich die Qualität stimmen!" Das war hier nicht gegeben. Trotzdem panschte Siegfried Sievert das Giftfutter in seinen Tanklagern zusammen. Tonnenweise. Nach eigener Aussage jahrelang.------------------------------BU: Siegfried Sievers

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