Jagd auf Vandalen

1000 Euro Prämie für jeden gefassten Schmierfink

Graffiti, Vandalismus: S-Bahn erhöht Belohnung für Hinweise an die Bundespolizei

FLORIAN THALMANN
Lesezeit 2 Min
Im vergangenen Jahr zählte die Bahn insgesamt 1700 Graffiti-Straftaten.

Im vergangenen Jahr zählte die Bahn insgesamt 1700 Graffiti-Straftaten.

© dpa Lizenz

Bisher gab es für helfende Meldungen aus der Bevölkerung bis zu 600 Euro – jetzt wurde die Aufpass-Prämie auf bis zu 1000 Euro erhöht. „Wir wollen den Anreiz für die Berliner vergrößern, ihre Beobachtungen zu melden und hoffen, dass wir dadurch mehr Hinweise bekommen“, sagte S-Bahn-Sprecher Burkhard Ahlert dem KURIER.

Noch immer verschlingen die Vandalen-Attacken eine Menge Geld. Laut Statistik gab es 2014.700 Fälle – ein Anstieg um rund 20 Prozent. Die Täter zerkratzten Scheiben, zerstörten Aufzüge und beschädigten die Sitze in den Zügen. Hinzu kamen 1700 Schmierereien. 2013 waren es 1200. Der große Teil der Taten sei auf alkoholisierte Fahrgäste zurückzuführen, heißt es.

Im letzten Jahr investierte das Unternehmen eine Million Euro in ein Sonderprogramm zur Renovierung der Züge. Und Sanierung ist teuer: Allein 200 Euro kostet die Neulackierung bei Graffitischäden – pro Quadratmeter! Ein kaputter Sitz wird für 150 Euro ausgetauscht.

Mit den Ermittlungen ist die Bundespolizei beschäftigt. Die Experten wissen: Die Reaktionen der Vandalen, wenn sie erwischt werden, sind sehr unterschiedlich, hängen unter anderem von der Anzahl der Täter, Alkoholeinfluss und Gewaltbereitschaft ab. Ein Sprecher der Bundespolizei zum KURIER: „Vor wenigen Wochen gab es einen Fall, bei dem der Zeuge einer Straftat im Nachgang angegriffen und von rückwärts mit einem spitzen Gegenstand in die Schulter gestochen wurde.“

In Gefahr bringen sollte sich deshalb niemand, sagt auch Ahlert. „Aber jeder hat heute ein Handy dabei, kann anrufen und solche Vorkommnisse melden.“ Die Hotline: 08006888000. Wie viel Belohnung es pro Hinweis gibt, wird übrigens im Einzelfall entschieden – abhängig von der Höhe des Schadens.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com