Ist meine Katze zu verspielt, zu mürrisch, zerfetzen alle Katzen die Möbel ihrer Besitzer? Hat man kleine Felltiger zu Hause, verfällt man schon öfter mal ins Grübeln. Spanische Forscher haben sich dem Problem jetzt angenommen und in einer Studie Hunderte Katzenbesitzer über das Verhalten ihrer Hauskatzen gefragt. So können wir endlich ganz wissenschaftlich den Vergleich ziehen.
Studie zeigt, wie Katzen sich im Durchschnitt verhalten
Fast die Hälfte aller europäischen Haushalte besitzt ein Haustier, die meisten davon laut Studie eine Katze, die beliebteste Haustierart ist die Hauskatze (Felis silvestris catus). Ein guter Grund also, sich damit auseinanderzusetzen, wie die kleinen Stubentiger ticken.
Die neue Studie fand unter anderem heraus, was das Verhalten einer Katze beeinflusst. Neben Rasse, Herkunft und Alter bei der Anschaffung spielten auch andere Faktoren eine Rolle, über die der Katzenbesitzer mehr Kontrolle hat, wie unter anderem die allein verbrachte Zeit, das Vorhandensein anderer Haustiere und die Vorerfahrung des jeweiligen Halters. Die meisten Katzen aus der Studie waren erwachsen und kastriert, nur ein kleiner Teil reinrassig.
Katzen als Haustiere sind sehr neugierig und kaum aggressiv
Wenn es eines gibt, was (fast) alle Hauskatzen verbindet, dann ist es: Neugier! Neue Objekte und Veränderungen in ihrer Umgebung faszinieren 83 Prozent der Tiere immer oder meistens. Kuschelig sind sie auch: Die meisten Miezen (81 Prozent) schnurren der Studie zufolge meistens oder immer, wenn sie gestreichelt werden.
Vorsichtiges Schnuppern: Neugierig sind fast alle Stubentiger.
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Viele schlechte Angewohnheiten scheinen eher selten zu sein. Bei fast 88 Prozent der Katzen gaben die Besitzer an, dass sie nie oder selten Möbel oder Hosenbeine markieren. Auch heißt es bei 90 Prozent der Tiere, dass sie nie oder fast nie Füße oder Beine attackieren auf eine Weise, die nicht spielerisch ist. Ebenso hoch ist der Anteil beim Nicht-Zerfetzen und Nicht-Zerkratzen von Dingen, wenn die Katze allein daheim ist.
An der Kommunikation hapert es aber wohl: Viele Katzen miauen, wenn sie raus oder in einen anderen Raum wollen, sind also gut darin, ihre Bedürfnisse mitzuteilen. Aber, und das dürfte Katzenfans kaum verwundern: Nur knapp 70 Prozent der Tiere reagieren fast immer oder immer, wenn sie gerufen werden.
Das beeinflusst das Verhalten von Katzen
Es zeigten sich aber auch deutliche Geschlechtsunterschiede auf. Wer weniger Erfahrung mit Hauskatzen hat, der ist wahrscheinlich mit einem Kater besser bedient. Die zeigten sich nämlich als kontaktfreudiger und leichter zu erziehen. Dafür sind sie aber auch lauter. Weibchen zeigen sich dagegen häufiger aggressiv, sowohl gegenüber Fremden als auch gegenüber ihren Besitzern.
Aber auch andere Umstände beeinflussen das Verhalten von Katzen. Kastrierte Tiere sind im Mittel verspielter. Katzen, die regelmäßig mehr als vier Stunden allein daheim verbrachten (etwa weil der Besitzer im Büro arbeitete), zeigten eher zwanghafte Verhaltensweisen.
Schlummern Katzen auf dem Bett und nicht im eigenen Körbchen, sind sie durchschnittlich verspielter, buhlen aber auch stärker um Aufmerksamkeit und haben eine höhere Rate an trennungsbedingten Verhaltensproblemen.
Ein Faktor, der überraschenderweise einen großen positiven Einfluss hat, ist das Zusammenleben mit einem Hund. Die Tiere gelten zwar als verfeindet, tatsächlich aber schnurren Katzen in Hundehaushalten mehr, sind verspielter und weniger verhaltensauffällig.
Auch bei den Rassen gibt es wohl Unterschiede, obwohl die Studie zu wenige reinrassige Katzen beobachtet hat, um repräsentativ zu sein. So sind zum Beispiel Siamkatzen geselliger als Perserkatzen und haben mehr Angst vor Neuem und Trennung als Europäische Kurzhaarkatzen. ■
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