Oberstaufen - Eine Verletzung tut schon so weh. Doch es gibt noch eine größere Qual: Die Ungewissheit, wie schlimm es wirklich um einen steht. Herthas Patrick Ebert (23) macht sich nach seinem Crash beim 4:0-Test in Ulm große Sorgen um sein rechtes Knie. Erst heute bekommt der Mittelfeldspieler die endgültige Diagnose. Ein grausames Warten. So lief gestern der Tag nach dem Ebert-Schock.Während seine Mitspieler um 9 Uhr ein Lauftraining machen, sitzt Patty mit einer dicken Bandage um sein rechtes Bein auf der Veranda des Mannschaftshotels Evviva in Oberstaufen.Zwei Wochen lang lief er immer vorneweg, war aus dem Urlaub mit den besten Fitnesswerten aller Spieler gekommen. Er wollte sein Image als böser Bube, als Sorgenkind nach der Autospiegelaffäre und einer verkorksten Saison mit Vollgas abschütteln. Vorbei. Es klingt gemein, aber er bremste sich wieder mal selbst aus.Mit vollem Tempo rannte er in der 10. Minute in Ulms Torwart Benjamin Gralla. Er rannte, als ob es um ein WM-Endspiel-Tor ginge. Dabei war es doch nur ein Testkick nach zwei Wochen harten Konditionstrainings. Es war eine überflüssige Aktion, für die er jetzt leiden muss, weil er dabei sein Knie verdrehte.Ebert wirkt nachdenklich: "Ich hätte den Zweikampf vielleicht vermeiden sollen." Doch statt Gelassenheit, siegte wieder sein Ehrgeiz, der jetzt so wehtut."Ich fühle mich nicht gut. Ich bin sehr traurig, weil alles bisher in der Vorbereitung so gut für mich lief", sagte Patty."Ich dachte zuerst, mein Schienbein sei gebrochen, so stark war der Schmerz", erzählt er. In der Ulmer Uni-Klinik wurde sein rechtes Bein geröntgt. Gebrochen ist nichts. Doch das Knie ist stark angeschwollen. Die schlimmste Befürchtung: Kreuzbandriss, fünf Monate Pause. Heute wird das Knie in Berlin bei einer Kernspintomografie genau untersucht. Dann weiß er, wie schlimm es ist.Und heute kommt Daniel Beichler (21) von Sturm Graz nach Berlin, um einen Drei-Jahres-Vertrag zu unterschreiben. Statt sich einen Konkurrenzkampf auf der rechten Mittelfeldseite mit dem Ösi zu liefern, humpelt Ebert. Es ist so bitter.------------------------------
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