Islamisten

Im Netzwerk des Bösen

Wie der junge Berliner Fatih K. in die Fänge einer islamischen Terrorgruppe geriet. Ab dem 8. Januar steht er vor Gericht.

Mike Wilms
Lesezeit 3 Min
Der Angeklagte: Fatih K. fand vor 10 Jahren zum radikalen Islam. Er stand 2011 schon mal vor Gericht, weil er eine Terrorgruppe mit Geld unterstützt haben sollte. Jetzt geht es um Kampf-Einsätze in Syrien.

Der Angeklagte: Fatih K. fand vor 10 Jahren zum radikalen Islam. Er stand 2011 schon mal vor Gericht, weil er eine Terrorgruppe mit Geld unterstützt haben sollte. Jetzt geht es um Kampf-Einsätze in Syrien.

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Die Propaganda: Islamisten verteilen kostenlose Koran-Exemplare in Mitte. Salafisten sind für junge Leute oft der erste Kontakt zum radikalen Islam.

Die Propaganda: Islamisten verteilen kostenlose Koran-Exemplare in Mitte. Salafisten sind für junge Leute oft der erste Kontakt zum radikalen Islam.

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Der Glaubenskrieg: Terror-Milizen wie IS und Junud al-Sham kämpfen mit Gewalt für den islamischen Gottesstaat. Sie wollen Syrien und den Irak erobern.

Der Glaubenskrieg: Terror-Milizen wie IS und Junud al-Sham kämpfen mit Gewalt für den islamischen Gottesstaat. Sie wollen Syrien und den Irak erobern.

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Vor zehn Jahren war Fatih K. noch ein völlig anderer Mensch. Ein Rumhänger, der trank und kiffte. Der Sohn türkischer Eltern lebte nach Hauptschule und Maurerlehre von Billig-Jobs. Es war ein unstetes Leben – bis ihm der radikale Islam den ersehnten Halt gab. Er riss ihn aber auch in den Abgrund. Generalbundesanwalt Harald Range hat jetzt Anklage gegen K. erhoben – wegen Mitgliedschaft in einer Terror-Vereinigung und Vorbereitung staatsgefährdender Straftaten.

Konkret soll Fatih K. ab Juni 2013 eine paramilitärische Ausbildung in Syrien durchlaufen haben. Gefolgt von Kampfeinsätzen für die Terrorgruppe „Junud al-Sham“. Dem Mitangeklagten Fatih I. (27) aus Frankfurt/Main wird zudem Betrug vorgeworfen: Er soll 25 000 Euro von einer Bank erschwindelt haben, um sie „Junud al-Sham“ zu übergeben.

Die Lebenswege von Fatih K. und Fatih I. stehen exemplarisch für die rund 550 Islamisten aus Deutschland (80 aus Berlin), die als Kämpfer nach Syrien gingen. Laut Verfassungsschutz ist der typische Dschihadist männlich und radikalisierte sich zwischen dem 17. und 24. Lebensjahr. In der Regel kommen sie aus muslimischen Einwanderer-Familien.

Die erste Begegnung mit dem radikalen Islam haben sie oft an „Infoständen“ von Salafisten, die gratis den Koran verteilen. Auch falsche Jugend-Idole wie der islamistische Rapper Deso Dogg spielen eine Rolle. In Hinterhof-Moscheen treffen die Verführten auf regelrechte Schleuser, die hinter dem Rücken der Gemeinde junge Leute aufhetzen. Ihr Weg nach Syrien ist geebnet.

Denis Cuspert alias Deso Dogg alias Abu Talha Al-Almani

Denis Cuspert alias Deso Dogg alias Abu Talha Al-Almani

© imago/Sven Lambert Lizenz

Im Tonstudio. Die Karriere floppte.

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Dann wandte er sich dem radikalen Islam zu, der ein Leben vorschreibt wie zu Zeiten Mohammeds im 7. Jahrhundert.

Dann wandte er sich dem radikalen Islam zu, der ein Leben vorschreibt wie zu Zeiten Mohammeds im 7. Jahrhundert.

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Der Prozess gegen Fatih K., der 2013 bei der Wiedereinreise gefasst wurde, wird auch Licht in die Strukturen des Terrornetzes bringen. Und er wird aufzeigen, dass sich Beteiligung am Terror nicht auszahlt. Fatih K. drohen jetzt zehn Jahre Knast. MOW

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